Aachen: VfR Forst: Lenzen-Brüder fiebern immer noch mit

Aachen : VfR Forst: Lenzen-Brüder fiebern immer noch mit

So mancher Gegenspieler hat wahrlich versucht, sich die Hörner an den beiden Fußballern abzustoßen. Auch wenn unser Fotograf die lustige Konstellation für sein Foto nutzte, im übertragenen Sinne passt das Bild in jedem Fall: Helmut (Müdi) und Norbert (Nobby) Lenzen sind wohl allen Aachener Fußballanhängern ein Begriff, und natürlich fallen ihre Namen immer wieder, wenn ihr Heimatverein VfR Forst die diesjährige Stadtmeisterschaft austrägt.

Dabei war der Opa der beiden „nur“ Schiedsrichter, aber die Gene des Vaters haben sie eindeutig geerbt. Denn der spielte sein Leben lang für den VfR Forst. Und im Schlepptau des Vaters machten Helmut und Norbert die ersten sportlichen Gehversuche, durchliefen alle Jugendmannschaften des Vereins.

Schon da zeigte sich ihr ausgeprägtes Talent, Nobby wurde mit der B-Jugend sogar Mittelrheinmeister 1969 gegen Düren 99, bei denen damals Namen wie Jupp Bläser (später Alemannia Aachen), Harald Konopka (1.FC Köln) oder Winfried Berkemeier (Schalke 04) auf dem Spielberichtsbogen standen. Goldene Zeiten, auch die Seniorenabteilung spielte damals höherklassig, bis zum Jahre 1969 auf der Anlage Am Schlackenberg. Dann folgte der Umzug an die Sonnenscheinstraße, und während Helmut dem VfR Forst die Treue hielt, zog es Norbert an die Krefelder Straße. Dort spielte er von 1971 bis 1974 für die Alemannia.

Ein Sprungbrett für seine Karriere, wie sich zeigen sollte: Denn vom Tivoli wechselte er zum Bonner SC, mit dem er dann 1976 in die Zweite Bundesliga aufstieg. Nach einer Saison bei Union Solingen folgte der Wechsel zum Bundesligisten MSV Duisburg, bei dem er 1978 so schwer verletzt wurde, dass er seine Profilaufbahn beenden musste. Es reichte aber noch für Amateurfußball beim VfR Forst, wo er fortan mit seinem Bruder in der Landesliga zusammenspielte.

Im Pokal gegen den 1. FC Köln

Für beide ist die Frage nach den Höhepunkten ihrer Forster Zeit schnell beantwortet: Die Pokalspiele gegen den 1. FC Köln (1983) und den Karlsruher SC (1987) sind unauslöschlich ins fußballerische Gedächtnis eingebrannt. Viele der damaligen Protagonisten treffen sich auch heute noch manchmal zum Altherrenkick, erst vor kurzem fand die Ü-60- Mittelrheinmeisterschaft in Hennef statt. Helmut wechselte mit 38 Jahren nach Verlautenheide, „weil es für Landesliga bei Forst nicht mehr reichte“, wie er selbst erklärt. Doch auch in Verlautenheide sorgte er in den viereinhalb Jahren Vereinszugehörigkeit für sportliche Erfolge, Aufstieg in die Bezirksliga inklusive. Im Jahr 2000 dann die Rückkehr nach Forst, immer wieder auch mal als Jugendtrainer und später dann auch im ehrenamtlichen Bereich als engagiertes Vereinsmitglied. Heute steht er dem Ältestenrat vor.

Beide Lenzen-Brüder sehen die Entwicklung im Verein als hoffnungsvoll, die erste Mannschaft konnte in der Relegation in die Kreisliga A aufsteigen. Und die anstehende Stadtmeisterschaft soll für eine weitere positive Wahrnehmung ihres Vereins sorgen, auch wenn nicht auf heimischem Platz, sondern auf der Anlage an der Neuköllner Straße in Haaren gespielt wird.

Cheforganisator Leo Pennings hat am spielfreien Freitag, 3. August, ab 18 Uhr zum Treffen der ehemaligen Landesligamannschaft auf den Platz an der Sonnenscheinstraße eingeladen, ein Spiel gegen den amtierenden Ü-60-Mittelrheinmeister eingeschlossen. Und bei den Turnierspielen werden sie natürlich auch zuschauen. „Es sei denn, der Leo sagt, wir sollen mitarbeiten“, sagen beide schmunzelnd. Aber auch dabei wird es niemandem gelingen, sie bei den Hörnern zu packen.

Die 33. Fußball-Stadtmeisterschaft um den Sparkassen-Cup findet vom 27. Juli bis 5. August auf der Sportanlage an der Neuköllner Straße statt.

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