Aachen: Verwaltung will Fördertopf für Elektrobusse anzapfen

Aachen : Verwaltung will Fördertopf für Elektrobusse anzapfen

Es braucht länger als gedacht, bis die Bestimmungen für die Einführung der Umweltzone zum 1. Februar 2016 festgelegt sind: „Wir brauchen noch mindestens vier Wochen, bis wir die Regeln auf Aachen runtergebrochen haben“, hatte Harald Beckers vom Presseamt am 25. August verkündet. Diese Zeitvorgabe wird jetzt von ihm selbst korrigiert: Bis Ende Oktober werde es wohl noch dauern, sagt Beckers.

Ab Jahreswechsel sollen die Schilder an 160 Standorten aufgestellt werden. Bis zur Komplettlösung werde man die städtische Internetseite unter www.aachen.de mit weiteren Informationen anreichern, etwa mit den Werkstätten oder Organisationen, die den grünen Aufkleber mit dem Kennzeichen ausgeben: „Jede seriöse Werkstatt kann diese Plakette ausstellen.“ Außerdem weist Beckers darauf hin, dass Dieselfahrzeuge mit einem Katalysator mit Unterstützung des Bundes nachgerüstet werden können. 260 Euro gebe es in jedem Einzelfall auf Antrag.

Unterdessen deutet sich eine elegante Lösung der Frage an, wie die Aseag mit überschaubarem Aufwand ihre Busflotte elektrisch aufrüsten kann. Die Grünen hatten im April einen Antrag gestellt, das von der Bundesregierung kurz zuvor beschlossene kommunale Investitionsprogramm über 3,5 Milliarden Euro für Aachen zu nutzen, beispielsweise für den Aufbau eines Elektrobussystems.

Dem folgt die Verwaltung jetzt, wie einer Vorlage für die Ratssitzung am Mittwoch zu entnehmen ist. Statt der bisher diskutierten Anschaffung von Euro-6-Norm-Bussen könnten dann wesentlich teurere E-Busse angeschafft werden.

Von den 14,7 Millionen Euro, die aus dem Programm auf die Stadt Aachen entfallen, könnten demnach — im Falle einer positiven Bewertung durch die Bezirksregierung — von 2015 bis 2018 insgesamt 12,24 Millionen Euro daraus für die Anschaffung der E-Busse abgerufen werden, bei einem Eigenanteil von nur 1,36 Millionen Euro. Dies würde den zu erzielenden klimapolitischen Effekt, so die Verwaltung, „nochmals deutlich verbessern und zusätzlich die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Aachen, die bereits ein breites Forschungs- und Entwicklungspotenzial unter dem Stichwort E-Mobilität aufgebaut hat, erheblich stärken.“ Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig: „Wir begrüßen dieses Vorhaben der Verwaltung sehr.“

(hau)
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