Vertreter verschiedener Konfessionen unter einem Dach

Patronatsfest der griechisch-orthodoxen Gemeinde : Ein Zeichen gelebter Ökumene

Alljährlich feiert die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde Agios Dimitrios im Oktober das Patronatsfest ihres Schutzheiligen, der als Großmärtyrer verehrt wird. „Er gilt als ein hervorragender Bewahrer der Weisungen aus der Heiligen Schrift und als Missionar in der Stadt Thessaloniki, wo er sich insbesondere um die Jugendlichen bemühte, um sie makellos zu bewahren“, hieß es in der Predigt, die Bischof Evmenios, der der Vesper vorstand, in griechischer und auch in deutscher Sprache hielt.

Der Kirchenraum war voll besetzt. Nicht nur Griechen, auch Gläubige unterschiedlicher Nationalitäten und Konfessionen nahmen an der feierlichen Vesper teil. Viele der griechisch-orthodoxen Gläubigen kamen nach altem Brauch noch vor Beginn der Vesper zu dem Bild des Hl. Dimitrios, das vor den Stufen, die zum Altar führten, aufgestellt war, und küssten das Porträt des Heiligen. „Es ist für uns eine große Ehre, Sie alle jedes Jahr in unserer Kirche begrüßen zu dürfen“, wandte sich Evmenios an die Anwesenden und begrüßte dabei namentlich die Repräsentanten der anderen Konfessionen: den katholischen Bischof Dr. Helmut Dieser, Oberpfarrer Armin Drack als Vertreter des evangelischen Superintendenten Bruckhoff, Bischof em. Dr. Heinrich Mussinghoff sowie die Vorsitzende des Arbeitskreises Christlicher Kirchen (ACK) Elfi Kosch.

„Wir erleben das Wunder dieser Zeit, gemeinsam unter einer Kuppel beten zu können. Meinen herzlichen Dank für alles“, unterstrich Evmenios und fügte hinzu: „Ich fühle mich hier in Aachen zu Hause“. Er war 1977 nach Aachen gekommen. Ein Jahr zuvor war der Arbeitskreis Christlicher Kirchen gegründet worden, dem er sich mit seiner Gemeinde anschloss. Dieser betonte in seinem Grußwort, dem Beispiel des Hl. Dimitrios zu folgen und besonders für junge Menschen missionarisch tätig zu werden.

Der Verlauf der Vesper spiegelte in ihrer Gestaltung, wie nahe sich die anwesenden Gläubigen trotz unterschiedlicher christlicher Konfessionen waren. So wurde, wenn auch in verschiedenen Sprachen, zeitgleich gemeinsam das Vater unser gebetet. Unterschiedlich hingegen war, dass es keine instrumentale Begleitung gab, stattdessen der griechische Kirchenchor unter der Leitung von Andreas Hadjiconstantinou byzantinische Gesänge a capella vortrug. Am Altar zelebrierten zehn orthodoxe Geistliche die Vesper, die nicht nur aus anderen deutschen Städten, wie zum Beispiel Düsseldorf und Krefeld, sondern auch aus Lüttich, Eupen und Neuss angereist waren. Das Austeilen des gesegneten, in kleine Brotstücke geschnittenen Brotes nahmen an den Stufen des Altars Bischof Evmenios, Bischof Dieser, Oberpfarrer Drack und Bischof em. Mussinghoff gemeinsam an alle Gläubigen vor.

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