Aachen: Verkaufssonntage sorgen kaum noch für Aufregung

Aachen: Verkaufssonntage sorgen kaum noch für Aufregung

Für die einen wirtschaftliche Notwendigkeit, für die anderen ein ärgerliches Ritual, das den Sonntagsschutz aufweicht: Jahr für Jahr legt der Einzelhandel seine Wunschliste für die verkaufsoffenen Sonntage der Politik zur Abstimmung vor. Jahr für Jahr sprechen sich Kirchen und Gewerkschaften vehement dagegen aus.

Am Ende wird es wohl auch diesmal wieder eine Mehrheit für die Sonntagsöffnung der Geschäfte im kommenden Jahr geben.

Zwar befassen sich die Bezirksvertretungen erst in den kommenden Wochen mit den Sonntagsöffnungszeiten, doch der strittigste Termin wurde bereits im Vorfeld ausgeräumt: Mit Rücksicht auf den Feiertag am Montag, 3. Oktober 2016, haben die Einzelhändler in der Innenstadt ihren Wunschtermin vom 2. Oktober auf den 16. Oktober („Tag der Vereine“) verlegt. So können sich auch die Verkäufer und Verkäuferinnen auf ein langes Wochenende freuen. Als weitere verkaufsoffene Sonntage — an denen die Geschäfte jeweils fünf Stunden lang öffnen dürfen —sind in der Innenstadt folgende Termine geplant: 10. April („Frühjahrsputz“), 6. November („Aachen teilt“) und 11. Dezember („Weihnachtsmarkt“).

Darüber hinaus wollen auch die Einzelhändler in den Außenbezirken einige Verkaufssonntage anbieten. In Brand am 13. März, 12. Juni, 23. Oktober und 4. Dezember, in Burtscheid am 12. Juni, 21. August und 4. Dezember, in Eilendorf am 3. Juli, 23. Oktober und 4. Dezember und in Walheim am 2. Oktober. Die Laurensberger orientieren sich mit ihren Terminen an denen in der Innenstadt (10. April, 6. November, 11. Dezember).

Alles in allem sind dies 18 Termine verteilt auf elf Sonntage und sechs Stadtbezirke. Aus Sicht der Verwaltung sei dies vertretbar, Kirchen und Gewerkschaften sehen dies traditionell anders. Sie verweisen darauf, dass dem arbeitsfreien Sonntag eine besondere Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt und den Schutz der Beschäftigten zukomme, er dürfe nicht leichtfertig rein kommerziellen Interessen geopfert werden. Die Aachener Einzelhändler betonen hingegen, dass sie solche Event-Sonntage im Wettbewerb mit umliegenden Kommunen für ihre Umsätze brauchen. Zudem gebe es viele Beschäftigte, die sich auch über Sonntagszulagen freuen.

Der Rat wird frühestens Ende des Jahres über die verkaufsoffenen Sonntage 2016 abstimmen. Alles andere als eine Mehrheit für die nun vorgelegte Liste wäre eine faustdicke Überraschung. Traditionell geben die Fraktionen die Abstimmung über die Sonntagsöffnungszeiten frei, doch die Zahl der Gegner ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Die vor Jahren noch erbittert geführten Debatten über das Für und Wider der Sonntagsruhe sind längst einer leidenschaftslosen Gleichgültigkeit gewichen.

(gei)
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