Aachen: Verein soll Thouet-Preis für die Zukunft fit halten

Aachen: Verein soll Thouet-Preis für die Zukunft fit halten

Der Verein ist gemeinnützig. Deshalb dürfen Sponsoren ihre Spenden auch steuerlich geltend machen. „Wir haben den Verein Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen gegründet, um die Weichen in die Zukunft zu stellen”, erklärt Vorsitzender Oliver Thouet.

Er und sein Vize Werner Czempas, der ehemalige Lokalchef der „Aachener Nachrichten”, wollen mit gemeinsam mit den weiteren Vereinsgründern sicherstellen, dass der begehrte Öcher-Platt-Preis dauerhaft verliehen werden kann.

Denn die Auszeichnung, die durchaus zu Recht in der Stadt mit einem bekannten amerikanischen Filmspreis verglichen wird, ist das A und O für die Menschen, die sich in Wort und Schrift mit der Mundart beschäftigen und diese auch gerne an dr Mann of et Wiiv weitergeben.

„Bisher hing alles von der Familie Thouet ab, die hatte auch die Kosten am Hals”, sagt Werner Czempas. Ein Grund mehr für die Schöpfung des Vereins. Denn kaum einer wisse, wieviel Arbeit und welch hohe Kosten ein solch renommierter Preis mit sich bringe. „Wir haben uns so mancherlei Gedanken gemacht, da war die Vereinsgründung die beste Alternative”, so Czempas weiter.

„Kerngeschäft des Vereins soll auch weiterhin die Verleihung des Mundartpreises sein”, versichert Oliver Thouet. Die findet seit geraumer Zeit immer am Dreikönigstag, dem 6. Januar, im feierlichen Rahmen im Krönungssaal des Rathauses statt. Und sie darf auch getrost als feierliches Ereignis genannt werden.

Am 6. Januar wird der Preis deshalb verliehen, weil Thouet-Großpapa Jakob an diesem Tag gestorben ist. Für die Familie ist der Tag also auch eine liebevolle Erinnerung an den Vater des Konsuls Hans-Josef Thouet, der sich so selbstlos für dat Öcher Platt eingesetzt hat und keinerlei Mühe und Kosten scheute.

Gesellschaftliches Ereignis

Was im Jahr 1986 quasi im Wohnzimmer der Thouets über die Bühne ging - erster Preisträger war das Ensemble des Aachener Heimattheaters - entwickelte sich ziemlich schnell zum gesellschaftlichen Großereignis, an dem rund 750 geladene Gäste teilnehmen. „Es kommen auch viele Gäste, die überhaupt kein Platt verstehen und nach dem gebotenen Programm fragen, wo sie denn diese faszinierende Sprache lernen können. Und da mussten wir bisher leider passen”, denkt Thouet über weitere Aktivitäten des Vereins nach.

„Wir haben uns nämlich auch die Förderung der Mundart zur Aufgabe gestellt”, sagt er. „Dabei verstehen wir uns keineswegs als Konkurrenz zum Verein Öcher Platt oder den plattsprechenden Heimatvereinen”, beruhigt Thouet. „Wir versuchen, ein Netzwerk aufzubauen, um dem Öcher Platt die beste Überlebensfähigkeit zu garantieren.”

Und dazu gehöre die Verbreitung, Belebung und Weiterentwicklung des Öcher Platts, insbesondere bei jungen Menschen, die eine gepflegte Umgangs- und Schriftsprache verinnerlichen sollten. „Deshalb ehren wir Interpreten, Akteure, Autoren und andere Sprachschaffende”, erläuter Thouet.

Ein Kuratorium sucht die Träger vajjene Thouetpriis aus, es besteht zurzeit aus zwölf Mitgliedern und darf laut Satzung nicht mehr als 15 Mitglieder haben. Dabei muss die Familie Thouet „angemessen” vertreten sein. „Das alles erfüllen wir”, weiß Czempas, der darauf hin weist, dass der Verein auch noch einen zweiten Preis in petto hat, der seltener verliehen wird: die Dreikönigskette.

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