Verbraucherzentrale Aachen stellt Jahresbilanz vor

Jahresbilanz der Verbraucherzentrale : Schuldnerberatung bleibt geschätztes Thema

Nach wie vor ist die Verbraucherzentrale Aachen eine gefragte Anlaufstelle, um Probleme im Alltag zu bewältigen. Rund 13.000 Ratsuchende haben dort im vergangenen Jahr Hilfe und Unterstützung gesucht. Wichtige Themen sind dabei nach wie vor Finanzen, Energieprobleme sowie Telefon und Internet.

Laut Jutta Reimnitz, Leiterin der Beratungsstelle, werden die Fragen dabei zunehmend komplexer und anspruchsvoller. Bis zur Klärung des jeweiligen Sachverhaltes brauche es entsprechend seine Zeit, sagt sie.

Ein ganz großes Thema war im vergangenen Jahr einmal mehr das Internet, und hier speziell die Geschwindigkeit. Ein Speedtest kann laut Ulrich Isfort, Verbraucherzentrale, zeigen, ob die tatsächlich gemessene Geschwindigkeit den Angaben aus dem eigenen Vertrag entspricht. Sollte das nicht so sein, besteht demnach die Möglichkeit zur Kündigung. Eine Checkliste der Verbraucherzentrale hilft dabei, den Speedtest korrekt durchzuführen.

Dubiose Firmen im Netz sind ein weiteres Ärgernis, das in der Verbraucherzentrale immer wieder zur Sprache kommt. „Damit verlockende Angebote vom virtuellen Marktplatz nicht zum teuren Vergnügen werden, sollten die Verbraucher auch im Netz sorgsam prüfen, bei wem sie bestellen“, rät Ulrich Isfort. Besonders schlechte Erfahrungen werden offenbar immer wieder mit der Shopping-App Wish gemacht. „Es gab viele Beschwerden über überraschend in Rechnung gestellte Zollgebühren, Steuern und Versandgebühren, sowie über lange Lieferzeiten und schlechte Qualität der Waren“, so Isfort.

Auch die Schuldnerberatung ist nach wie vor ein wichtiges und geschätztes Angebot der Verbraucherzentrale. Laut Insolvenzberaterin Jutta Wedrich tappen auch immer mehr junge Leute in die Schuldenfalle. Eine ganze große Rolle spielen dabei häufig Probleme mit dem Telefonanbieter.

Energiearmut ist ein weiteres Thema, mit dem sich viele Menschen konfrontiert sehen. „Ein Großteil der Betroffenen hat nur ein sehr geringes Einkommen und gerät deshalb schnell einmal in die Situation, die Energiekosten nicht begleichen zu können“, sagt Fachberaterin Martina Wagner. Aber auch hier könne die Verbraucherzentrale sehr gut helfen. In 85 Prozent der Fälle konnten Stromsperren demnach verhindert oder wieder aufgehoben werden.

Eine Energieberatung nach Maß bietet die Verbraucherzentrale auch weiterhin vor Ort an, zum Teil auch in Stadtteilen wie Laurensberg oder Richterich.

Und am 19. Juli ist von 11 bis 17 Uhr ein Energiemarkt auf der Energiemeile am AachenMünchener Platz geplant. Gemeinsam mit den benachbarten Organisationen altbau plus, effeff.ac und dem e-Store der Stawag informiert die Energieberatung der Verbraucherzentrale rund um das Thema Energie. Im Herbst steht dann bei einem weiteren Aktionstag das Thema „Krankheit und Pflege – wie kann ich vorsorgen?“ auf dem Programm.

„Doch neben ihrer beratenden Funktion macht sich die Verbraucherzentrale auch für Gesetzesänderungen stark, wo es notwendig erscheint“, meint Jutta Reimnitz. Gemeinsam mit ihrem Team freut sie sich darüber, dass die Stadt Aachen den Finanzierungsvertrag der Verbraucherzentrale bis 2023 verlängert hat.

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