Verbraucherzentrale Aachen berät zum Thema Telefonverträge

Zum Weltverbrauchertag : „Schlechter Vertrag statt guter Rat“

Eigentlich soll es nur ein gewöhnlicher Mobilfunkvertrag sein; einer, mit dem man zum erschwinglichen Preis telefonieren, Kurznachrichten verschicken und gelegentlich im Internet surfen kann. Und doch greifen Verbraucher nach der Beratung in einem Handyladen häufig zu teureren Varianten, die ihnen mehr Freiminuten, mehr Datenvolumen und mehr unnötige Extras verschaffen.

Zudem: mehr Kosten. Wer den Vertrag abschließt, findet in der Regel erst nach 24 Monaten einen Weg hinaus. Zum diesjährigen Weltverbrauchertag beschäftigte sich die Verbraucherzentrale NRW mit der Thematik „Schlechter Vertrag statt guter Rat – Kundenärger im Telefonladen“. „Viele Menschen schließen beim Vertrag viel zu viel ab“, meint Verbraucherberater Ulrich Isfort von der Aachener Beratungsstelle. Andere versäumen schlichtweg die Kündigungsfrist und suchen deshalb den Weg in die Verbraucherzentrale. „Es gibt viele Fallen im heutigen Tarifdschungel“, betont Isfort. Nicht zuletzt das Internet habe einen großen Anteil daran.

Dabei sollte sich die Situation im Juni 2017 eigentlich ändern. Seitdem müssen Händler den Kunden nämlich auf ein nach Vorgaben der Bundesnetzagentur gestaltetes Produktinformationsblatt hinweisen, auf dem die wichtigsten Angaben des Vertrags vermerkt werden: Zum Beispiel der Name des Tarifs, die Vertragslaufzeit, Infos zur Kündigung und Verlängerung, Preise oder die Datenübertragungsraten. „Das Produktinformationsblatt ist sozusagen ein Beleg für den Käufer“, erläutert Isfort.

Meist ist diese Vorgabe jedoch bloße Theorie. Im Vorfeld des Weltverbrauchertags führte die Verbraucherzentrale eine landesweite Erhebung in über 300 Telefongeschäften durch. „Nur zwei Shopverkäufer händigten das hilfreiche Produktinformationsblatt unaufgefordert aus“, erzählt Isfort. 24 kamen dem Wunsch auf Nachfrage nach, neun von zehn Verkäufern hingegen weigerten sich trotz mehrfacher Nachfrage. „Das ist viel zu viel und zu kleingedruckt. Meine Notizen sind besser“, antwortete ein Händler zum Beispiel. In Aachen wurden fünf Telefonshops aufgesucht: Vier gaben das Produktinformationsblatt nicht aus, einer erst auf Nachfrage.

Wie kann der Verbraucher sich also schützen? Einerseits könne er nach einem Shop Ausschau halten, der seinen Servicepflichten nachkommt, erklärt der Verbraucherberater. Andererseits sollte sich der Verbraucher selbst klarmachen, welcher Handytyp er ist – Viel- oder Wenignutzer. „Man sollte mehrere Läden besuchen und die Angebote in Ruhe zu Hause vergleichen“, sagt Isfort. Erst wer alle Unterlagen beisammen hat, sollte den Vertrag unterschreiben. Und für die, die ganz misstrauisch sind, gibt es alternativ ja immer noch die klassische Prepaid-Karte – ganz ohne Vertrag.

Mehr von Aachener Nachrichten