Aachen: Vegane Snacks beim Demotag gegen die Nerzfarm

Aachen: Vegane Snacks beim Demotag gegen die Nerzfarm

„Pelz ist Mord”, rufen die Demonstranten auf ihrem Weg zur Nerzfarm Orsbach. Sie ist Tierschützern seit Jahren ein Dorn im Auge. Knapp 31.000 Tiere sollen dort in Käfigen auf ihren Tod am Ende des Jahres warten.

„Die Nerze werden etwa sieben Monate alt. Dann werden sie in einer „Tötungsbox” vergast und anschließend gehäutet”, erklärt Heiko Weber vom „Bündnis für die Schließung zur Nerzfarm Orsbach”, die regelmäßig Protestmärsche organisiert.

Am Samstag zogen erneut Aktivisten durch Aachen. „Die Demonstration in der Innenstadt verlief wie erwartet”, sagt Heiko Weber vom Bündnis.

Etwa 120 Teilnehmer hatten sich am Hauptbahnhof versammelt. Nicht nur Aachener: aus Köln, Bonn, Frankfurt und Luxemburg sind Menschen angereist, um gegen die drittgrößte deutsche Nerzfarm zu demonstrieren.

Dazu gehörten Proteste vor Pelzgeschäften und eine Kundgebung auf dem Marktplatz mit Infoständen und veganen Snacks.

In Orsbach haben etwa 50 der Demonstranten ihren Protestmarsch fortgesetzt, um konkret auf die Farm hinzuweisen. „Gegen Pelz zu demonstrieren ist leichter als gegen Leder oder Fleisch”, räumen die Teilnehmer ein.

Viele von ihnen sind Tierrechtler: sie stehen für vegane Ernährung. „Tiere sollten grundsätzlich nicht als Ware genutzt werden”, erklärt Weber ihre Einstellung.

Mit den Forderungen nach einem Ende der Pelzproduktion stoßen die Aktivisten in Deutschland oft auf offene Ohren: „Laut aktuellen Umfragen lehnen über 80 Prozent der deutschen Bevölkerung Kleidung aus Echtpelz ab, dennoch wird das Züchten und Töten von Tieren für die Pelzproduktion in Deutschland immer noch geduldet.”

Andere Länder, so Weber, seien da bereits fortschrittlicher: in den Niederlanden wurde ein Vorschlag zum Verbot der Nerzzucht ab 2018 von der Abgeordnetenkammer verabschiedet.

Das Deutsche Pelzinstitut hat das ein Hektar große Anwesen eine „Vorzeigefarm” genannt, die Demonstranten sehen das anders: „Die Nerzfarm verstößt seit Jahren gegen Auflagen”, meint Weber.

Fehlende Auffangbecken und Schuppen ohne Baugenehmigung sollen dazu gehören. Das Bündnis fordert eine Einmischung der Aachener Politiker: „Strafen müssen konsequent umgesetzt werden.”

Und zu einer Schließung der Farm führen: „Wir sind optimistisch, dass die Nerzzucht bei neuen Gesetzen beispielsweise zur Käfiggröße bald nicht mehr rentabel ist.” Der Tag endete mit einem Anti-Pelz-Fest im Musikbunker.

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