Aachen: Vater der Verkehrskadetten Oskar Gerdom ist tot

Aachen : Vater der Verkehrskadetten Oskar Gerdom ist tot

Er war so etwas wir der Beamte im besten Sinne: konsequent, zuverlässig, berechenbar und manchmal auch ein Stück weit verbissen. Aber alle, die mit Oskar Gerdom dienstlich und privat zu tun hatten, werden die positiven Seiten dieses Charakters betonen. Der frühere Leiter des Aachener Straßenverkehrsamtes ist am Montag nach längerer Krankheit gestorben.

In der Tat hat der Aachener, der am 1. August 1934 in der Kaiserstadt geboren wurde, deutliche Spuren hinterlassen. Vor allem in seiner Funktion als städtischer Amtsleiter, nicht zuletzt aber auch als Begründer der Aachener Verkehrskadetten. 1957 trat er in die Dienste der Aachener Stadtverwaltung ein und wurde 1978 Leiter des Straßenverkehrsamtes.

Im Grunde war er hier seiner Zeit stets ein Stück voraus. Es spricht für seine unkonventionelle Art, dass er als ehemaliger Kreistagsabgeordneter der CDU und langjähriges Mitglied der Jungen Union Ansichten vertrat, die auch in ein grünes Programm gepasst hätten. Zum Beispiel: sein Plädoyer für Verkehrsberuhigung und für Fußgängerzonen. Später bedauerte er im Gespräch, dass beim Ausbau des Aachener Ringstraßensystems die Anlage von Radwegen nicht adäquat mitbedacht worden sei. Manches Verkehrs- und Umweltproblem gäbe es heute wahrscheinlich dann nicht.

Als wirkliches Herzenskind konnte man die Verkehrskadetten bezeichnen, die Oskar Gerdom 1979 ins Leben rief. Die jungen Menschen in ihren gelben Westen gehören seither zu unverzichtbaren Helfern bei allen Großveranstaltungen. „Die Verkehrskadetten waren bis zuletzt sein Ding“, berichtet Michael Günter, heute Leiter der Verkehrskadetten.

Er hatte bis zuletzt Kontakt zu Oskar Gerdom. Der zweifache Vater war aus privaten Gründen nach Mönchengladbach gezogen, freute sich aber über jede Anfrage, mit der zum Beispiel Günter seinen Rat suchte. Oskar Gerdom wurde mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Goldenen Ehrenzeichen der Deutschen Verkehrswacht ausgezeichnet.

(hpl)
Mehr von Aachener Nachrichten