Aachen: Vandalismus ist ein Fall für den Staatsschutz

Aachen : Vandalismus ist ein Fall für den Staatsschutz

14 Mal ist die Ausstellung an verschiedenen Orten in der Bundesrepublik schon gezeigt worden. Bis die Ausstellung unter dem Titel „1915-2015. Armenische Architektur und Genozid“ in die Volkshochschule nach Aachen kam, ist nie jemand handgreiflich geworden.

Am 29. Januar, dem letzten Tag der Ausstellung, hat jedoch ein unbekannter Täter am Vormittag einen der Aufsteller der Ausstellung zerschnitten. Eine Tat mit politischem Hintergrund, vermutet der Aachener Giorgio Bavaj, stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Armenischen Gesellschaft (DAG), der die Ausstellung mitkonzipiert hat.

Gleich Anzeige erstattet

Bavajs Vermutung rührt von Protesten, die im Zusammenhang etwa mit Ausstellungen zum Genozid an den Armeniern immer wieder kämen, wenn in solchen Fällen explizit von Genozid die Rede ist.

Die DAG hatte gleich nach der Tat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Ein politisches Motiv vermutet offenbar auch die Polizei, die den Fall an den Staatsschutz weitergegeben hat. Zu dem zerstörten Aufsteller schreibt die DAG in einer Pressemitteilung, es sei pikanterweise ausgerechnet jenes Exponat zerstört worden, „auf dem die armenische Kathedrale im südostanatolischen Urfa abgebildet ist. Darin wurden im Winter 1895 3000 Armenier bei lebendigem Leibe verbrannt.“

Weil die Ausstellung von Aachen aus gleich nach Dubrovnik, Kroatien, weitergereist ist, sei der Aufsteller zunächst nur provisorisch repariert worden. Später soll er ersetzt werden.

Armenische Architektur im Fokus

Die Ausstellung „1915-2015. Armenische Architektur und Genozid“ war Teil der Reihe „Heimat“ der Volkshochschule Aachen. Ihren Ausgangspunkt nahm sie in der Frage, welche Auswirkungen der Genozid an den Armeniern auf ihr kulturelles Erbe in der Türkei hatte und hat.

Im Mittelpunkt steht dabei die Architektur als Fingerabdruck des armenischen Lebens. Die einzelnen Stationen der Ausstellung vermitteln einen Eindruck von ihrem Aufbau.

(tv)
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