Aachen: Vandalismus im Aachener Dom

Aachen: Vandalismus im Aachener Dom

Zum dritten Mal innerhalb von zwei Monaten sind die Chorhallen-Fenster des Aachener Doms zur Zielscheibe von Vandalen geworden. Jetzt haben sie erneut ein etwa faustgroßes Loch in einem der gut 27 Meter hohen Fenster hinterlassen. Die Dombauleitung hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

„Diese Form von Vandalismus ist für uns erschreckend neu”, sagt Dombaumeister Helmut Maintz, der das Loch Freitagfrüh entdeckte. Es gebe zwar immer mal wieder Probleme mit Graffiti-Sprayern oder Wildpinklern, sagt Maintz. „Eingeschlagene Scheiben habe ich aber noch nicht erlebt. Das schockiert mich.”

War es ein Beschuss?

Unklar ist bislang noch, wie die Unbekannten zulangen. „Es könnte einen Beschuss gegeben haben”, mutmaßt Maintz. Allerdings sei im Innern der gotischen Chorhalle, die wegen der auffallend großen Fenster auch das „Glashaus von Aachen” genannt wird, nichts gefunden worden, was darauf einen Hinweis geben könnte.

Spezialisten der Glasmalerei-Werkstatt in Linnich sollen nun herausfinden, ob das Loch durch einen Steinwurf, Schuss oder Schlag verursacht wurde. Sie werden auch mit der Reparatur beauftragt, deren Kosten Maintz auf 2000 bis 3000 Euro schätzt. Die Fenster bestehen unter anderem aus einem Bleinetz, in dem einzelne Stücke ausgetauscht werden können.

Da es bislang noch keinerlei Erkenntnisse über die Täter gibt, setzt Maintz nun auf größere Aufmerksamkeit von Passanten und Anwohnern. „Wir hoffen, dass sie die Augen aufhalten.” Mit alljährlich gut einer Million Besuchern ist der Dom die wichtigste touristische Attraktion in Aachen.

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