Aachen: Vandalen auf Haarens jüdischem Friedhof

Aachen : Vandalen auf Haarens jüdischem Friedhof

Wegen Sachbeschädigung am jüdischen Friedhof in Haaren haben die Beamten des Staatsschutzes bei der Aachener Polizei Ermittlungen aufgenommen.

Ein Zeuge hatte am Sonntag bemerkt, dass ein Grabstein durch eingeritzte hakenkreuzähnliche Runen verunstaltet war. Zudem stellte er fest, dass eine Gedenktafel mutwillig beschädigt war, entwerder durch Schläge oder gar durch Schüsse. Doch Schüsse seien es wohl nicht, meint der Haarener Bezirksamtsleiter Frank Pröpeler, der sich am Sonntag direkt zum jüdischen Friedhof aufgemacht und rund ein Dutzend kleine Dellen in der Tafel hatte.

Die Einritzung auf dem Grabstein beschreibt er als „Quadrat mit vier innenliegenden Quadraten“, die Linien eines Hakenkreuzes „seien etwas deutlicher sichtbar“. Die Polizei bezeichnet das Gebilde als Raute.

Derweil hofft Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten darauf, dass die Ermittler zügig Klarheit gewinnen. Sollten sich dabei „politische Motive“ herauskristallisieren, wäre das für Corsten „ja noch furchtbarer“. Doch er findet es auch so schon „unmöglich, dass da überhaupt jemand am jüdischen Friedhof Hand anlegt“, solche Gedenkstätten sollten geachtet werden.

Hinweise auf den oder die Täter hat die Polizei bislang nicht. Beamte der auf rechtsmotivierte Kriminalität spezialisierten Ermittlungsgruppe Remok bemühen sich um Aufklärung. Hinweise nimmt die Aachener Polizei unter der Rufnummer 0241/9577-35001 (außerhalb der Bürozeiten 0241/9577-34210) entgegen.

(wb)