Vaals/Aachen: Vaals verpflichtet bekannten Architekten

Vaals/Aachen: Vaals verpflichtet bekannten Architekten

Vaals hat sich viel vorgenommen: Für die Weiterentwicklung der Gemeinde bis ins Jahr 2020 hat sie sich der Dienste des bekannten Architekten Jo Coenen versichert.

Der gebürtige Heerlener soll als Supervisor die städtebauliche Entwicklung der Grenzgemeinde im Auge behalten und mit seinem Neffen Geert einen Masterplan erstellen.

Dazu wird unter anderem ein „Centrumplan” entwickelt, dessen Start mit einer feierlichen Zusammenkunft unter anderem der Spitzen von Rat und Verwaltung im Museum De Kopermolen begangen wurde. Dabei wurden unter anderem mehrfach die engen Verbindungen zwischen Aachen und Vaals beschworen.

So entwickle sich die ehemalige Kaiserstadt in Richtung Westen, spielte etwa Bürgermeister Reg van Loo auf die geplanten RWTH-Campi Westbahnhof und Melaten an. Das nicht nur dadurch entstehende Bevölkerungswachstum müsse auch in die Überlegungen auf niederländischer Seite einbezogen werden.

Vaals habe eine gute Ausgangsposition mit einem qualitativ hochwertigen historischen Kern und der prächtigen Landschaft, in die es eingebettet sei. Ein Problem sei sicherlich die Umgestaltung der Hauptverkehrsader Maastrichterlaan, die nach dem Wegfall der Umgehungsstraße Randweg Noord im Jahre 2011 ansteht.

Der zuständige Beigeordnete Hein Sterck ergänzte nicht ohne eine gewisse Selbstkritik, dass die Josefskirche wahrscheinlich noch stehen würde, wenn man die renommierten Stadtplaner Coenen früher hinzugezogen hätte.

Der Abriss des Gotteshauses aus den 50er Jahren hatte seinerzeit einige Verwunderung und Proteste in der Grenzgemeinde hervorgerufen. Durch die strategische Vision „Vaals eine Form geben” soll die Herangehensweise nun gründlich geändert werden.

Auf der Grundlage der sozialen und geografischen Entwicklung der seit Jahren schrumpfenden Grenzgemeinde sollen die Wohn- und Lebensqualität der Bewohner genauso beleuchtet werden wie die Weiterentwicklung des für Vaals wichtigen Bereichs Tourismus.

Dabei werden Einzelaspekte wie Wohngelegenheiten, Einzelhandel, Gastronomie, Denkmäler, Verkehr und Parkplätze gleichermaßen einbezogen, um die hoch gesteckten Ziele zu erreichen.

Die Erfahrungen des international tätigen Städteplaners und Hochschullehrers Jo Coenen, der 1995 eine Professur an der RWTH Aachen erhielt, sollen dabei von Nutzen sein. Er kündigte unter anderem an, dass Wasserläufe und Grünflächen stärker als bisher sichtbar und zugänglich gemacht werden sollen.

Schon länger gibt es Pläne, die am Von Clermontplein entspringende Gau, im 18. Jahrhundert wichtiger Produktionsfaktor für die aufblühende Textilindustrie, an die Oberfläche geholt werden soll.

Jo Coenen hat sich unter anderem einen Namen gemacht als Erbauer des Niederländischen Architekturinstituts in Rotterdam, als Stadtplaner war er auch verantwortlich für die Entwicklungen in Amsterdam, Den Haag, Heerlen (Glaspalast) oder Maastricht (Ceramique-Viertel).

Coenen war von 2000 bis 2004 Reichsbaumeister der Niederlande, er ist außerdem Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten.

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