Aachen: Utimaco: Der große Unbekannte wächst weiter

Aachen: Utimaco: Der große Unbekannte wächst weiter

Die stark wachsende Mitarbeiterzahl des in Haaren ansässigen IT-Unternehmens Utimaco zieht eine deutliche Erweiterung des Firmensitzes an der Germanusstraße nach sich. Der Sicherheitsspezialist für Internetdaten rückt damit bis an die Alt-Haarener-Straße heran.

Geschlossen wird zugleich eine Baulücke, die über Jahre hinweg auch als illegale Müllabladestelle missbraucht wurde.

Ende Juli kommenden Jahres soll der Neubau bezugsfertig sein, wie Malte Pollmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Utimaco GmbH, auf Anfrage mitteilt. Die Erweiterung sei dringend nötig, da die Mitarbeiterzahl des 1983 gegründeten Sicherheitsdienstleisters stark wachse.

„In den letzten Jahren haben wir jedes Jahr rund 20 neue Mitarbeiter eingestellt“, sagt Pollmann. Und auch für das kommende Jahr rechnet er mit weiterem Wachstum und 20 bis 30 neuen Arbeitsplätzen. „Wir platzen aus allen Nähten“, stöhnt eine Mitarbeiterin.

Aktuell würden sich im Bestandsbau bis zu vier Personen ein Büro teilen. Das sei „nicht mehr angemessen und produktiv“, meint Pollmann. Im Erweiterungsbau soll Platz für mindestens 80 Arbeitsplätze geschaffen werden. Zugleich könnten dort auch neue Anforderungen an die „Produktionsumgebung und Sicherheitskriterien“ erfüllt werden, betont Pollmann.

Eigenen Angaben zufolge gehört Utimaco weltweit zu den Marktführern für IT-Hochsicherheitslösungen. Wer kritische Daten speichern, verwalten und schützen muss, greife auf die Produkte aus Aachen zurück, heißt es. Zum Kundenstamm zählt die Firma etwa große Banken, Behörden, Automobilhersteller, Energieversorger und auch Internetanbieter. Nach Einschätzung von Kritikern wird das Know-how aber auch von Geheimdiensten und Militärs für Überwachungsmaßnahmen benutzt.

Aktuell beschäftigt Utimaco 150 Menschen am Stammsitz in Haaren, weitere Büros gibt es in den USA, in Großbritannien, Singapur und Italien. „Aachen ist für uns durch die Stärke der Technologieregion und die Nähe zu den Universitäten ein attraktiver Standort“, sagt Pollmann.

Den meisten Aachenern dürfte Utimaco freilich gänzlich unbekannt sein, und sie würden eine solche Firma wohl auch eher auf dem neuen Campusgelände der RWTH oder an der Pascalstraße in Oberforstbach vermuten. Haarens Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten wertet den Sitz in Haaren hingegen als großen Glücksfall. Die Arbeitsplätze kämen dem Ort, seinen Geschäften und Gaststätten unmittelbar zugute, ist er überzeugt.

Auch stadtplanerisch passt ihm der Neubau, der nach Entwürfen des Aachener Architektenbüros mpb verwirklicht wird, gut ins Konzept. Als Bauträger tritt in Haaren der euregionale Immobilienfonds ABZ auf, der auch gleich nebenan eine weitere hässliche Ecke beseitigen will.

Auf einem alten Trümmergrundstück am Tuchmacherweg, auf dem regelmäßig Schutt und Sperrgut abgestellt wird, soll voraussichtlich ein weiteres Wohnhaus errichtet werden. Genauere Auskünfte waren dazu von ABZ am Dienstag jedoch nicht zu erhalten.

Die Vorarbeiten haben erst vor wenigen Tagen begonnen. Unter anderem wurden bereits etliche Pfähle in den Boden eingelassen. Weil sich das Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Haarbach befindet, ist dies aus statischen Gründen erforderlich.

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