Aachen: Urlaubsstimmung in der City: Aachener nutzen den Sommertag

Aachen: Urlaubsstimmung in der City: Aachener nutzen den Sommertag

Was braucht der moderne Stadtmensch, um richtiges Urlaubsgefühl aufkommen zu lassen? Nicht viel - nur ein bisschen Sonne. Und die gab es am Dienstag satt. 28 Grad zeigte das Thermometer der Wetterwarte Aachen am Nachmittag.

„Wenn das Wetter stimmt, dann ist Aachen fantastisch. Man muss nicht in die Ferne schweifen, um hier sommerlich auf seine Kosten zu kommen”, sagt Student Heiner Hartmann.

Der hatte es sich gerade in einer der gut besuchten Außenterrassen der zahllosen Kneipen in der Pontstraße mit seiner Clique gemütlich gemacht. Und stieß mit dem dritten Glas kühlem Blonden auf die Sonne an. „Wir müssen uns ja jetzt beeilen und den ganzen Sommer in einen Tag packen. Deshalb machen wir uns hier heute einen Mallorca-Tag. Das Wetter stimmt zumindest - und das Bier ist sogar noch besser als in Spanien”.

Alles das nachholen, was der Juli im wahren Sinne des Wortes ins Wasser fallen ließ, wollten auch hunderte andere Aachener. Und viel Zeit blieb ihnen nicht, denn schon heute soll es wieder schlechter werden, heftige Gewitter sind angesagt.

Deshalb strömten viele Sonnenhungrige in den Westpark. Darunter auch Doktorandin Rebeca Fröhlich (34). Sie hatte es sich in einem Liegestuhl mit einem guten Buch gemütlich gemacht. Und auch ihre Schäferhündin Siska genoss trotz des dichten Fells die sonnigen Stunden.

Trotzdem brauchte auch der sonnenliebende Vierbeiner an einem schönen „Hundstag” wie am Dienstag bald eine Abkühlung. „Ich kaufe ihr gleich auch noch eine Kugel Joghurteis zur Abkühlung. Diese Sorte mag sie besonders gern.”

Die Doktorandin Eva Popender und ihr Freund Jan hatten sich in den hinteren Teil des Westparks zurückgezogen und relaxten im Schatten. „Es sind ja Schul- und Semesterferien - deshalb ist es hier schön ruhig”. Aber nur bis die Sonne unterging, dann war Partyzeit im Park - und Grill, Würstchen und Bier waren dabei für viele unverzichtbar.

Und manche holten auch die Picknickdecke aus dem Schrank, bevor sie weiter Staub ansetzen konnte. So wie Jennifer (14) und ihre Clique, die im Elisengarten picknickten - ein richtig alberner Spaß, der auf vielen Erinnerungsfotos festgehalten wurde. „Fast wie im Urlaub”, sagte Alina (14), die nach dem Essen die nackten Füße im Wasserlauf des Elisengartens kühlte.

Wem es nicht reichte, nur die Füße ins Wasser zu halten, der musste sich schon zum Freibad am Hangeweiher aufmachen - und früh da sein, um noch einen schönen Platz zu ergattern. Denn dort herrschte am Dienstag Hochkonjunktur. Das freute besonders Schwimmmeister Benjamin Beek.

Mehr als 600 Badegäste hatte er zu betreuen. „Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals einen Sommer mit so schlechtem Wetter erlebt zu haben. Und die Besucher vermutlich auch nicht - kein Wunder, dass sie den Tag nun richtig auskosten”, sagt er.

Und nicht nur im Freibad klingelte ordentlich die Kasse - auch die Eisdielen der Stadt durften sich über jede Menge Kundschaft freuen. Einen Platz im Eiscafé zu ergattern war nicht leicht.

Eismann Marco Serafin jedenfalls war zufrieden, auch wenn viele Stammkunden aufgrund der Schul- und Semesterferien bereits in südlichen Gefilden weilen.

„Trotzdem ist dieses Wetter allemal besser als das der vergangenen Wochen. Denn bei 15 Grad Außentemperatur lassen sich nur wenige Eiskugeln verkaufen”, sagt er.

Ein Eis hatten sich auch Dominik Sturm und Tanja Kreutzer verdient. Ihr Highlight des Sommertages fanden sie beim Beachvolleyball am Hochschulsportzentrum am Königshügel.

Das ist ihr Geheimtipp für wahre Hundstage. „Die Füße im Sand, die Sonne brennt vom Himmel, da fehlt nur noch Meer und das Urlaubsfeeling ist perfekt”, sagt die 22-jährige Studentin Tanja.

Ja, wenn in Aachen die Sonne scheint, dann braucht der moderne Stadtmensch nicht viel, um sich wie im Süden zu fühlen.

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