Aachen: „Unterwassermusik“ aus dem umgedrehten Wok

Aachen : „Unterwassermusik“ aus dem umgedrehten Wok

Sie sieht ein wenig aus wie eine Backform oder ein umgedrehter Wok. Die Handpan ist kein Instrument, das man jeden Tag zu Gesicht bekommt, dabei übt sie auf viele Menschen eine außerordentliche Faszination aus — sowohl bei Menschen, die sie spielen, als auch bei Menschen, die sie hören.

Diese Faszination bringt am Samstag, 21. Juli, der Schlagzeuger und Handpan-Spieler George Town­send gemeinsam mit dem Jazz-Musiker Frederik Tings den Aachenern näher. Die beiden treten unter dem Motto „Klangerlebnis Handpan“ im Zuhause in der Sandkaulstraße auf.

Das metallene, noch recht junge Instrument wird mit den Händen gespielt und erzeugt, sobald es angeschlagen wird, einen warmen und beruhigenden Klang. „Unterwassermusik“ habe einmal ein Zuhörer dazu gesagt, sagt George Townsend und meint, dass dies ziemlich zutreffend sei. „Verträumt, archaisch, schwebend aber auch ein bisschen verloren in der Zeit lässt die Handpan die Hektik des Alltags zum Stillstand kommen. Menschen, die auf Autopilot durch den Großstadt-Dschungel rennen, bleiben stehen, halten inne und haben oft eine tiefgreifende emotionale Erfahrung“, führt der Wahl-Berliner aus, für den die Handpan im Endeffekt eine Kombination aus perkussiven Elementen, Basstönen und Melodien sei, wobei durch die besondere Form auch immer ein Chor an Tönen im Hintergrund mitschwinge. Außerdem sei die Handpan ein ideales Reiseinstrument, das es ihm ermögliche auch ohne Band zu spielen.

Im Zuhause kommt für einige Songs auch der Kontrabass, gespielt von Frederik Tings, zum Einsatz, diese Songs gehen mehr in Richtung Jazz. Dazu spielt George Townsend die Handpan der Marke „Blesspan“ aus Rimini. „Das Modell nennt sich ‚Mystic 7‘ und es ist in 432 Herz gestimmt“, erklärt der Musiker, der fünf weitere Lieder dann auf der Sunpan solo spielen werde. „Die Sunpan zeichnet sich vor allem durch den scheinbar nie endenden Hall aus. Die Sunpan lädt zum Träumen ein.“

An dieser Stelle wird auch ein wenig deutlich, für wen das Konzert am Samstag eine Art Pflichttermin ist: Menschen, die für eine Weile der Hektik des Alltags entfliehen wollen, die zu sphärischen Klängen ein wenig träumen und entspannen möchten, die etwas Neues, etwas Tiefgreifendes erleben möchten. George Townsend selbst erlebt immer wieder, dass sein Publikum wie gebannt zuhört. Gleichzeitig haben die Zuhörer auch eine Menge Fragen, sagt er: „Für gewöhnlich haben die Leute einen sehr großen Redebedarf. Daher versuche ich, so gut wie möglich alle Fragen während des Konzertes zu beantworten. Ich rede meist mindestens fünf Minuten zwischen den Liedern.“

Wer selbst in das Klangerlebnis Handpan eintauchen möchte, der sollte am Samstag um 20 Uhr im Zuhause sein. Der Eintritt ist frei, Spenden sind aber willkommen. Und eine Verlosung der beiden Alben von George Townsend gibt es außerdem auch noch.

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