Aachen: Unter dem Kreuz wurde wieder ausgiebig gefeiert

Aachen : Unter dem Kreuz wurde wieder ausgiebig gefeiert

Eines der größten Nachbarschaftsfeste in Aachen und der Region ist sicherlich das Bürgerfest „Henger Herrjotts Fott“. Am Wochenende wurde es erneut ausgiebig gefeiert.

Die Ursprünge des Denkmals gehen auf das Jahr 1897 zurück. Damals errichteten die Aachener es anstelle eines zerfallenen Holzkreuzes. Bereits zu der Zeit gründete sich eine Bürgerinitiative von Bewohnern der benachbarten Straßen Wirichsbongardstraße/Borngasse/Schildstraße, die den Platz hinter der Statue in Aachener Mundart ziemlich rau und liebevoll zugleich „Henger Herrjotts Fott“ (zu hochdeutsch: „Hinter Herrgotts Hintern”) nannten.

Doch im Zweiten Weltkrieg sollte das Denkmal einem unterirdischen Löschteich weichen. Viele Jahre — auch nach dem Wiederaufbau — musste das Viertel auf das Kreuz bzw. eine steinige Kreuzigungsgruppe verzichten. Doch vor knapp 30 Jahren — im Dezember 1986 — gründete Ernst Stirnberg, in Kooperation mit der Pfarre St. Adalbert, den Bürgerverein „Henger Herrjotts Fott“. Zahlreiche Institutionen, Geschäftsleute und Privatleute beteiligten sich im Rahmen einer riesigen Spendenaktion an der Errichtung einer neuen bronzenen Kreuzgruppe, die im Sommer 1989 feierlich eingeweiht wurde.

Seit der Gründung findet jährlich — in diesem Jahr zum 29. Mal — das traditionelle Sommerfest im Rahmen eines Bürgerfestes statt, das stetig wächst. „Es ist ein beliebter Treffpunkt, besonders für die Rentnergeneration und eingetragen als fester Termin im Kalender, freut sich der Vorsitzende Albert Radermacher über die positive Resonanz. „Regelmäßig besuchen uns die gleichen Gruppen, bestehend aus Anwohnern, deren Freunden und Bekannten.“ Einige würden sogar lange Anfahrten aus Radebeul in Sachsen oder auch aus dem Sauerland auf sich nehmen, um einmal im Jahr ihre Freunde zu besuchen und mitzufeiern, berichtet Radermacher.

Doch was ist das Besondere an diesem Nachbarschaftsfest? Drei Tage lang wird — nicht zuletzt durch die großzügige Unterstützung der APAG — ausgiebig gefeiert. Das Rahmenprogramm startete am Freitagabend mit dem Duo Udo S Punkt, am Samstag sorgten die Öcher Stadtmusikanten für Kurzweil und am Sonntag präsentierte Hubert Aretz sein Repertoire. DJ Ted Harald übernahm zwischen den Programmpunkten die musikalische Unterhaltung. „Wir kommen seit Jahren hierher. Hier kann man tanzen und singen, ohne dass man auffällt, hier herrscht durchgehend Superstimmung“, sagt Anwohnerin Gaby Falkenstein strahlend. „Aber auch am Sonntag der ökumenische Gottesdienst im Zelt findet großen Anklang“, meint Rainer Stozek, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Mitgliedsjubiläum feiert.

Für den guten Zweck

Außer ihm werden für 10-jährige Mitgliedschaft Christoph Braun und Franziska Strick sowie für 25-jährige Mitgliedschaft Hans Simons und Martina Güldenberg ausgezeichnet. Für einen Mitgliedsbeitrag von sieben Euro im Jahr wird nicht nur gefeiert, sondern auch Gutes getan: Denn die Einnahmen, die sich aus Mitgliedsbeiträgen und dem Losverkauf der Tombola zusammensetzen (Preise werden von der ansässigen Geschäftswelt gesponsert), werden an Aachener Projekte gespendet. Radermacher: „Ein Teil geht jährlich an den Rathausverein, an die Pinguine im Tierpark und an den Aachener Dom. Die anderen Institutionen wechseln regelmäßig.“ Insgesamt seien bislang rund 100.000 Euro weitergegeben worden.

Trotz einer stolzen Mitgliedszahl von 150 Personen ist eines klar: Der Nachwuchs fehlt. Interessierte können sich melden bei: Henger Herrjotts Fott, Geschäftsstelle Harscampstraße 51, Telefon 0241/4019441.

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