Aachen: Ungewisse Zukunft: Die Zeit als Kirche ist für St. Elisabeth vorbei

Aachen: Ungewisse Zukunft: Die Zeit als Kirche ist für St. Elisabeth vorbei

St. Elisabeth ist verkauft. Die Landmarken AG hat das Gebäude am Blücherplatz erworben. Am 1. Dezember soll es von der Pfarrei Christus unser Bruder in den Besitz des Projektentwicklers übergehen, mit ihm das Kaplanshaus und die Gebäude Jülicher Straße 68 und 70.

Was aus dem hundert Jahre alten denkmalgeschützten Bau werden soll, ist noch nicht sicher. „Die Kirche St. Elisabeth ist ein wunderschönes und aufgrund ihrer bisherigen Verwendung als Gotteshaus ganz besonderes Gebäude. Mit diesem Erbe werden wir sehr behutsam umgehen“, sagte Landmarken-Vorstand Norbert Hermanns mit Blick auf ein Konzept für die Zukunft. Zum genauen Kaufpreis wollten sich weder Käufer noch Verkäufer äußern. Es hat sich jedoch nicht um den symbolträchtigen Preis von einem Euro gehandelt. Dr. Johannes Bartholomäus vom Kirchenvorstand: „Wir haben zu Marktpreisen verkauft.“

Bis zur Übergabe an die Landmarken AG wird ein Konzepthotel im Sakralbau umgesetzt. Von August bis Ende November können Gäste ins „Hotel Total“ einchecken. Es soll ein Treffpunkt für das Viertel darstellen, in dem Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge in den Betrieb eingebunden werden. „Wir würden uns freuen, wenn das Konzept sich als tragfähig erweist und Zukunft hat“, erklärte Bartholomäus.

Ein Hotel ist eine der neuen Nutzungsmöglichkeiten, die das Projektentwicklungsunternehmen im dann entwidmeten Kirchengebäude umsetzen könnte. Denkbar ist auch der Einzug einer kulturellen Institution. Auf der anderen Seite gebe es Dinge, die aus einer ehemaligen Kirche nicht gemacht werden dürften, erklärte Bartholomäus: keine Moschee, kein Bordell und kein Kasino etwa. Überhaupt — das Gotteshaus einer anderen Glaubensgemeinschaft oder ein Betrieb, der den ethischen Grundsätzen der Kirche widerspricht, kann dort auch der neue Benutzer nicht umsetzen.

„Wir glauben, mit Herrn Hermanns einen guten und seriösen Käufer gefunden zu haben“, sagte Bartholomäus. Dennoch falle es schwer, sich von der Kirche zu trennen. „Sehr viele Emotionen hängen an St. Elisabeth, viele Menschen sind ein Leben lang dort zur Kirche gegangen.“

Der Entschluss, St. Elisabeth zu verkaufen, war bereits im Sommer 2012 im Rahmen des KIM-Projekts (Kirchliches Immobilien Management) gefallen, weil das Gebäude aus eigenen Mitteln nicht mehr finanziert werden konnte. Der Kindergarten, den die Kirchengemeinde betreibt, ist von dem Kaufvertrag ausgenommen. Er wird an gleichem Ort bestehenbleiben. Wo und wie die Kleine Offene Türe (KOT) weiter betrieben werden kann, darüber verhandelt die Pfarrei derzeit mit dem Bistum.

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