Aachen: Und wie finden Sie die Luft in Ihrer Stadt?

Aachen : Und wie finden Sie die Luft in Ihrer Stadt?

Über die Luftqualität in Aachen wird viel geredet, viel geschrieben und viel gestritten. Aber was halten die Aachener eigentlich von der Luft, die sie in ihrer Stadt atmen? „Darüber gibt es bisher keine sozialwissenschaftlich erhobenen Daten“, sagt Paul Szabo-Müller.

„Die Bürger hat niemand danach gefragt.“ Das soll sich nun ändern.

Will wissen, was die Aachener denken: Wirtschaftsgeograph Paul Szabo-Müller. Foto: Ralf Roeger

Szabo-Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der RWTH, hat mit Studierenden eine umfangreiche Befragung in Aachen und der Euregio Maas-Rhein gestartet: „Was denken Sie über die Luftqualität in Ihrer Stadt?“

Die Studie läuft noch, und Szabo-Müller ist sehr gespannt auf die Antworten. „Wir wollen ein Umweltthema mit einem sozialwissenschaftlichen Ansatz verbinden“, sagt er, „denn Umweltprobleme sind auch soziale Probleme.“

Szabo-Müller und die Studenten wollen wissen, wie sich die Luftqualität konkret auswirkt: am persönlichen Wohnort, auf die eigene Gesundheit. Sie wollen wissen, ob die Aachener sich gut informiert fühlen über das Thema Luft und alles, was damit zusammenhängt.

Sie fragen auch, ob man sich für umweltbewusst hält. Und was man denn konkret tut für die Umwelt. Und sie versuchen herauszufinden, was die Aachener von der Umweltzone halten.

Die Wissenschaftler bitten in ihrer Befragung auch um Vorschläge: Welche Maßnahmen sollte es denn geben, um die Luftqualität zu verbessern? Eine blaue Umweltplakette mit Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in der City? Ein Bürgerticket für den Bus? Einen Radschnellweg? Mehr Bewohnerparken? Doch eine Stadtbahn?

Auf der Straße befragt

An acht Standorten in Aachen haben die Studierenden Menschen auf der Straße befragt. Für eilige Passanten gab es einen kleinen Extra-Fragebogen, den man mitnehmen und zu Hause ausfüllen konnte. Einen umfangreichen Fragenkatalog auf Deutsch, Französisch und Niederländisch finden Interessierte auch weiterhin im Internet auf http://geo-rwth-aachen.limequery.org. Szabo-Müller hofft sehr auf weitere Resonanz, auch über Aachen hinaus und jenseits der Grenzen. Denn je mehr Menschen mitmachen, desto detaillierter fällt das Meinungsbild aus.

Bis September sollen die Ergebnisse ausgewertet sein und dann öffentlich präsentiert und diskutiert werden. „Aus den Ergebnissen wollen wir Handlungsempfehlungen entwickeln“, kündigt Szabo-Müller an. Auch bei der Stadt ist man interessiert an den Umfrageergebnissen der Hochschule.

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