Aachen: Und der Manager aus Berlin schmeißt den Job in den Arkaden hin

Aachen : Und der Manager aus Berlin schmeißt den Job in den Arkaden hin

Die Mail hat Thomas Siemer am Freitagabend geschrieben. Der bisherige „Asset Manager“ — übersetzt Vermögensverwalter — der Aachen-Arkaden teilt darin mit, dass er den Job schmeißt.

Siemer steht (noch) in Diensten von „Intown“. In der Mail an einige Mieter schreibt Siemer, er höre aus „innerbetrieblichen Gründen“ auf. Das Berliner Unternehmen, hinter dem ein israelischer Milliardär stecken soll, hatte die Aachen-Arkaden im April 2017 gekauft. Siemer, der langjährige Erfahrung mit Shopping-Centern hat, war sozusagen der Verbindungsmann zwischen Berlin und dem Centermanagement in Aachen. Allerdings war das Verhältnis dem Vernehmen nach mit reichlich Konflikten belastet.

Denn in den Aachen-Arkaden liegt das Centermanagement in anderen Händen. Als Dienstleister dafür fungiert die Firma „Apleona“, die vormals „Bilfinger Real Estate“ hieß. Just dieser Firma gehörte das Shopping-Center, bevor „Intown“ einstieg. Centermanager war und ist Stefan Jaletztke, ein ausgewiesener Fachmann in diesem Segment, ebenfalls mit langjähriger Erfahrung. Nach Informationen unserer Zeitung hat es zwischen den beiden handelnden Personen mehr als geknirscht.

Fakt ist jedenfalls: Die Arkaden werden in den kommenden Wochen in Sachen Mieter zu einem großen Teil „ausbluten“. Seitens der neuen Eigentümer wurden etliche Mietverträge nicht verlängert. Deichmann geht ebenso wie s.Oliver, Cecil oder auch Engbers. Von derzeit mehr als 50 Mietern werden bis Oktober — dann „feiern“ die Arkaden zehnjähriges Bestehen — wohl nur rund 15 bleiben.

Darunter „Ankermieter“ wie der Moderiese H&M. Hinter dem Ganzen steckt vermutlich Kalkül. „Intown“ will den von Beginn an schwächelnden Arkaden ein neues Konzept verpassen. Firmenchef Sascha Hettrich hat gegenüber unserer Zeitung angekündigt, es werde in wenigen Wochen präsentiert — ohne Details preiszugeben. Man habe eine Fachfirma damit beauftragt, entsprechende Gespräche gebe es auch mit der Stadt.

Unserer Zeitung liegt unterdessen ein Konzeptentwurf zur zukünftigen Ausrichtung der Arkaden vom Januar vor. Zu erkennen ist, dass die Zahl der Läden geringer ist als heute. Dafür kommen neue Schwerpunkte hinzu. So etwa im 1. Obergeschoss, wo es einen großen „Food-Court“ mit bis zu acht Gastronomieeinheiten geben soll.

Gastrofirma als „Generalmieter“?

„Generalmieter“ soll ein international agierendes Gastrounternehmen sein. Als Fertigstellungstermin wird der Herbst 2018 genannt. Das Untergeschoss soll als „Nahversorgungszentrum“ ausgebaut werden. Unter anderem heißt es, dass sich der dortige „Netto“-Markt erweitern wolle. Im Erdgeschoss wolle man einen „Mix von Mainstream-Konzepten präsentieren und aktuelle Lifestyle-Konzepte“ verfolgen.

Investieren wolle man auch in ein neues Lichtkonzept, wolle den Eingang am Eisenbahnweg aufwerten, die Toiletten und die Klimatechnik sanieren. Abgestellt werden sollen Mängel bei den Mietern, wo man teils „unfreundliches Personal“ ausgemacht habe und „unattraktive Schaufenstergestaltung“ sowie zeitweise verwaiste Geschäfte während der Öffnungszeiten. Das wird man dann mit den weitgehend neuen Mietern besprechen müssen.

Für Siemer gibt es bei „Intown“ dem Vernehmen nach schon Ersatz. Diesmal soll es eine Marketingexpertin richten. Zu den Personalien will sich Hettrich nicht äußern. Auch nicht, ob der Entwurf vom Januar so umgesetzt wird. „Ich denke, dass wir da schon ein Stück weiter sind“, sagt er lediglich.

(os/stm)