Unbekannte nutzen Flüchtlingsunterkunft in Aachen als Müllkippe

Wilder Müll : Neben dem alten Hotel wächst der Müllberg

Für Passanten kein schöner Anblick, für den Verwalter ein wiederkehrendes Ärgernis: Unbekannte haben offenbar das Umfeld des ehemaligen Hotels Schweizerhof, in dem derzeit 59 Flüchtlinge leben, zur wilden Müllkippe erkoren. Nicht zum ersten Mal hat die Stadt mit diesem Problem in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft zu tun.

Über die Gründe kann man nur spekulieren. Fakt ist aber, dass der Müll nicht von den Flüchtlingen abgeladen wird. Oftmals handelt es sich um Gewerbemüll, der von Unbekannten herbeigekarrt und aufs Gelände gekippt wird, wie auch Architekt Michael Kleinen festgestellt hat, der den einstigen Schweizerhof verwaltet und derzeit den Umbau der angegliederten Tennishalle vorbereitet. Wöchentlich macht er dort Kontrollbegehungen, erklärt er auf Anfrage. Er zeige Präsenz und sorge auch dafür, dass immer wieder aufgeräumt wird. Doch ganz offensichtlich handelt es sich um eine Sisyphusarbeit, denn der Müllstrom scheint nicht abzureißen.

Die Zufahrt zum Gebäude über die Werkstraße ist eine Sackgasse, es gibt keine Einsichtnahme durch Nachbarn, dafür aber einigen Leerstand und noch dazu die Vorbereitungen für den Umbau der einstigen Tennishalle. Dieses heruntergekommen wirkende Umfeld ist für einige Zeitgenossen offenbar ideal, um sperrigen Abfall und ausrangierte Gerätschaften schnell und billig loszuwerden.

Den Nachteil haben auch die Bewohner des ehemaligen Hotels. Vor knapp drei Jahren hat es die Stadt für insgesamt zehn Jahre zur Flüchtlingsunterbringung angemietet. Platz bietet es für rund 100 Menschen, belegt ist es laut Presseamt aktuell mit 59 Menschen aus 18 Nationen. Die größte Gruppe mit 27 Personen bilden Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Auch acht Familien mit zehn Kindern sind dort untergebracht. Stets sind ein Sozialarbeiter, ein Hausmeister und zwei DRK-Mitarbeiter vor Ort.

Gemeinsam sorgen sie alle dafür, dass die Außenanlagen sauber gehalten werden. Ungewöhnlich ist es für Sozialarbeiter allerdings nicht, dass im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften wilder Müll abgeladen wird. Das komme häufiger vor, sagen sie. Die Lage der Häuser, triste Gegenden oder auch der bauliche Zustand könnten eine Erklärung sein. Am ehemaligen Schweizerhof wollen sie im Sinne der Nachbarn den Unrat noch möglichst vor Weihnachten wegschaffen lassen.

(gei)
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