Umgestaltung der Lothringerstraße: Grünes Licht für Radvorrangroute

Umgestaltung der Lothringerstraße : Grünes Licht für die neue Radvorrangroute

Etliche schwere Steine des Anstoßes mussten in den vergangenen Wochen beiseite geräumt werden – nun aber ist der Weg zur Umgestaltung der Lothringerstraße als erste städtische Vorrangroute für den Radverkehr und „Premiumfußweg“ geebnet.

Der Mobilitätsausschuss des Rates folgte am Donnerstag einstimmig der Empfehlung der Bezirksvertretung Mitte, das Projekt in Form einer überarbeiteten zweiten Variante umgehend zu realisieren. Lediglich der Vertreter der FDP enthielt sich. Zu klären bleibt allerdings, ob die geplante Einbahnstraßenregelung für Pkw – für den nach wie vor geduldeten Blechverkehr soll die Zufahrt unter anderem Richtung Parkhaus am Berufskolleg nur noch aus Richtung Wilhelmstraße möglich sein – auf der gesamten Strecke bis zur Harscampstraße umgesetzt werden kann.

In jedem Fall wird die neue Fahrradstraße durchgängig auf einer Breite von 4,50 Meter angelegt. Die Gehwege auf beiden Seiten werden ebenfalls deutlich breiter. 21 Parkplätze müssen dafür weichen, 26 bleiben erhalten. Ausreichend Stellplatzkapazitäten gebe es in mehreren Parkhäusern im Umfeld durchaus, erklärte ein Vertreter der Verwaltung. Derzeit werde ausgelotet, wie man spezielle Tarife für Anlieger schaffen könne. Vier Bäume müssen derweil gefällt werden, dafür werden sechs neue gepflanzt. Die Fahrbahn wird komplett rot markiert. Zudem wird ein 75 Zentimeter breiter Trennstreifen an den verbleibenden Parkplätzen aufgebracht. Somit sollen auch zwei Räder problemlos nebeneinander fahren können, wenn ihnen ein Auto entgegenkommt. Auch die bislang ziemlich unübersichtliche Situation an der Einmündung zur Wilhelmstraße soll wesentlich verbessert werden. Dort wird eine Fußgängerampel installiert, um Konflikte zu vermeiden.

Auf der südlichen Seite zum Berufskolleg hin wird der Gehweg auf der gesamten Länge der Einbahnstraße von derzeit 1,50 Meter auf 2,50 Meter verbreitert. Die dortigen Parkstreifen verschwinden ebenso wie vier Baumbeete. Dies sei unumgänglich, um genügend Platz zu schaffen, betonten die städtischen Experten im Ausschuss.

Kopfschmerzen bereitet den Politikern allerdings die Frage, ob die Einbahnregelung auf kompletter Fahrbahnlänge langfristig umgesetzt werden kann. Zumal auch die Richardstraße für Pkw künftig nur noch in umgekehrter Richtung, also von der Martin-Luther-Straße aus zu befahren sein soll. Bislang ist das Berufskolleg nebst benachbartem Parkhaus sowohl aus Richtung Harscampstraße als auch von der Wilhelmstraße aus erreichbar. Künftig könnte das Parkhaus zwar weiterhin über die Zufahrt in der Theaterstraße angefahren werden. Zum Berufskolleg kämen Kfz jedoch nur noch über weite Umwege. Sie müssten etwa über Zollernstraße, Herzogstraße, Alfonsstraße bis zur Wilhelmstraße „schleichen“. Zudem wären weitere Staus in der Theaterstraße nur schwerlich zu vermeiden, gab CDU-Ratsfrau Gaby Breuer mit Nachdruck zu bedenken.

So wurde beschlossen, zunächst zu analysieren, wie sich die Sperrung der Lothringerstraße aus Richtung Harscampstraße auswirkt. Die Gelegenheit ergibt sich bereits in Kürze, weil die Regionetz GmbH dort Versorgungsleitungen legt. Zudem soll ein Jahr nach der Einrichtung der neuen Vorrangroute per Verkehrszählung ermittelt werden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

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