Aachen: Umbaupläne am Hauptbahnhof: ADFC sorgt sich um Radstation

Aachen : Umbaupläne am Hauptbahnhof: ADFC sorgt sich um Radstation

Die groß angelegten Umbaupläne im Umfeld des Hauptbahnhofs stoßen beim Fahrradclub ADFC auf Kritik. Denn dem dort geplanten „Bluegate“-Projekt muss die jetzige Radstation der Wabe weichen. Auch etliche der Abstellbügel an der Zollamtstraße werden wohl verschwinden müssen, ohne dass bislang geklärt ist, wo Ersatz geschaffen werden soll.

Diese Sorgen hat der ADFC nun in einer Stellungnahme zum Bebauungsplan an der Zollamtstraße formuliert. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre will die niederländische Bluestone-Gruppe auf dem Gelände zwischen Hauptbahnhof und Burtscheider Brücke einen hohen zweistelligen Millionenbetrag investieren und ein ambitioniertes Bauvorhaben verwirklichen. In fünf größeren Baukörpern sollen Wohnungen, Büros, Geschäfte und ein Dreisterne-Hotel entstehen. Mehrere alte Aufbauten müssen dafür abgerissen werden, darunter die Radstation.

Zwar müsse der Investor laut Verwaltung für Ersatz sorgen, doch laut ADFC sei bislang weder für eine Interimslösung für die Zeit zwischen Abriss und Neubau gesorgt, noch sei die künftige Größe vernünftig bemessen.

Laut Verwaltung sollen mehr als 400 Stellplätze geschaffen werden (250 mehr als bisher), angesichts der Nachfrage sei dies aber für eine Stadt wie Aachen viel zu wenig, bemängelt der ADFC. So habe die deutlich kleinere Stadt Horrem ebenfalls eine Radstation mit 400 Stellplätzen. In Aachen sei man hingegen bereits im Jahr 1999 von einem Bedarf von rund 1400 Stellplätze ausgegangen, und seitdem sei die Nachfrage nicht gesunken.

Wie groß der Bedarf von sicheren Fahrradabstellplätzen in Bahnhofsnähe ist, lasse sich auch an den stets belagerten Abstellbügeln im Außenbereich erkennen. Mindestens 62 dieser Bügel sollen nun offenbar der neuen „Kiss-&-Ride“-Zufahrt in der Zollamtstraße weichen. Auch dies kritisiert der ADFC.

Die Straße sei zu eng für eine Zu- und Abfahrt samt Wendeschleife für Autos, meint der Verein. Gefährliche Situationen für Fußgänger und Radfahrer seien zu erwarten. Die neue Kiss & Ride-Anlage sollte daher auf dem jetzigen Kurzzeitparkplatz hinter dem Gebäude der Bundespolizei errichtet werden. Zudem müssten im Sinne der weiteren Förderung des Radverkehrs nicht weniger, sondern zusätzliche Fahrradbügel installiert werden.

(gei)
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