Aachen: Umbauarbeiten im Musikbunker: „Besser als der Berliner Flughafen“

Aachen : Umbauarbeiten im Musikbunker: „Besser als der Berliner Flughafen“

Zufrieden blickt Lars Templin auf seine Liste. „Das ist ein sehr ordentliches Programm für die nächsten drei Monate“, meint der Geschäftsführer des Musikbunker e. V. Und es ist eine recht lange Liste, weil in dem Betonklotz nahe der Burg Frankenberg bis zur Weihnachtszeit ordentlich musiziert wird.

Den Auftakt zum goldenen Oktober macht am Donnerstag, 2. Oktober, um 20 Uhr „Kein Hass da“, gefolgt Andrew Unruh (Freitag, 3. Oktober, 19 Uhr) und Eaux am Samstag, 4. Oktober um 20 Uhr. Am darauffolgenden Wochenende ist dann mit dem Auftritt von „HGichT“ etwas zu erwarten, was Templin selbst nur schwer in ein paar erklärende Worte fassen kann. „Ich habe die am Anfang auch nicht verstanden“, sagt er über das Hamburger Künstler-Kollektiv. Die Truppe treibe „die Sinnlosigkeit sehr weit“.

Dabei nimmt sie das Publikum wohl nicht so leicht mit. „Man muss sich die erste halbe Stunde wirklich durchbeißen“, empfiehlt Templin, aber danach sei es „ein unglaubliches Erlebnis“. Das Durchbeißen beginnt am Samstag, 11. Oktober, um 22 Uhr.

Leichter verdaulich dürfte die musikalische Kost von South London Ordnance@flex sein. Die elektronische Musik sei „sehr zeitgemäß“, erklärt Templin. Zu hören ist sie am Samstag, 25. Oktober, ab 23 Uhr.

Aus der breiten Palette von über 30 Konzerten im letzten Quartal 2014 hebt der Bunker-Geschäftsführer auch „Bill Evans‘ Soulgrass“ am 2. November ab 20 Uhr hervor. Der Saxofonist Evans habe schon mit Miles Davis gespielt und biete ein Repertoire an „traditioneller amerikanischer Musik“. Zu erwarten sei „totale Spielfreude“, verspricht Templin, der sich über einen Wiederholungstäter freut. Dass Bill Evans erneut im Musikbunker aufspielt, hatte er kaum erwartet. „Unser Laden ist ja etwas gewöhnungsbedürftig.“

Laut hinter dicken Mauern

Dafür kann der Laden mit einer Besonderheit auftrumpfen, die sich wohl positiv auf die Akustik auswirkt. Hinter den dicken Mauern „können wir gut laute Musik machen, ohne dass man draußen davon einen Pieps hört“, sagt der Geschäftsführer. Rund 100 bis 150 Konzerte pro Jahr gebe es im Musikbunker, der im nächsten Jahr seinen 20. Geburtstag feiert. „Bisher macht das dann 2284 Konzerte“, rechnet Templin vor, „das ist schon eine Hausnummer.“

Und die Musik geht weiter, am 11. November zum Beispiel mit den „257ers“. Das Trio biete „coolen Hip-Hop“, erklärt Templin, der „die Grenzen der politischen Korrektheit austestet“.

Auf die Verbindung von Text und Musik kommt es nach seiner Ansicht auch beim Auftritt von „Ja Panik“ am 22. November um 19.30 Uhr an. Eine passende Schublade für den Musikstil der Band aus Österreich hat Templin noch nicht gefunden. „Indie vielleicht“, sinniert er, auf jeden Fall „nicht zu krachig.“

30 bis 40 Prozent erledigt

Leichter fällt ihm die Zuordnung von „Gut und Irmler“, die am 6. Dezember im Musikbunker erwartet werden. Sie kämen „aus dem Dunstkreis der ‚Einstürzenden Neubauten‘“, erklärt Templin, ihre Musik gehe „fast in Richtung Electro“. Für laute Töne im wuchtigen Bau sorgen derweil nicht nur Musiker, auch der Umbau geht weiter. Nach Einschätzung des Geschäftsführers seien 30 bis 40 Prozent der anstehenden Arbeiten erledigt.

„Die Maßnahmen, die die Leute sehen können, müssten in den nächste zwei Wochen erledigt sein“, meint Templin, danach werde noch weiter im Verborgenen gewerkelt. Insgesamt sieht er den Stand der Dinge optimistisch — wenn man nur den richtigen Vergleich bemüht: „Wir sind besser als der Berliner Flughafen.“

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