Umbau Lothringerstraße beschäftigt Aachener Verkehrspolitiker

Umbaupläne an der Lothringerstraße : Das Dauer-Reizthema wegfallende Parkplätze

Der Trend scheint eindeutig: Stück für Stück soll den Autos in Aachens Innenstadt Platz entzogen werden, um Radfahrern und Fußgängern mehr Raum zu geben. Im Fall des Platzes an der Lothringerstraße könnten von 30 Parkplätzen nur noch drei übrig bleiben.

Ziel ist, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Parkplatzfrage bereitet einigen Politikern, die sich Ende nächster Woche im Mobilitätsausschuss mit den Umgestaltungsplänen befassen, derzeit noch die größten Kopfschmerzen. Vor allem in Reihen der Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD haben die Verkehrspolitiker noch Diskussionsbedarf über die jüngst von der Verwaltung vorgelegten Ausarbeitungen. Denn hatten sie bislang noch die Hoffnung, mindestens 14 der bisher 30 Stellplätze – elf entlang der Lothringerstraße, drei an der Friedrichstraße – im Platzbereich erhalten zu können, sollen nun nur noch drei an der Friedrichstraße übrig bleiben.

Geopfert werden müssten alle anderen dem Vorhaben, mehr Grün und bessere Luft ins Viertel zu bringen. Gelingen soll dies unter anderem auch durch den bereits beschlossenen Umbau der Lothringerstraße zur Fahrradstraße. Autofahrer haben dann nur noch Gastrecht auf diesem wichtigen Teilstück der geplanten Radvorrangroute, die dereinst von Brand und Eilendorf bis in die Innenstadt führen soll. Zugleich soll die Lothringerstraße zum „Premiumfußweg“ umgestaltet und der bislang eher lieblos zugepflasterte Platz an Friedrichstraße und Lothringerstraße zu einem ansehnlichen „Rastplatz“ aufgehübscht werden.

Wegfallen soll dafür auch die kleine Nebenstraße, die heute noch den Platz durchschneidet und an der ebenfalls noch geparkt werden kann. Weitgehend unstrittig ist, dass die dortigen 16 Parkplätze verschwinden sollen, um einen „tatsächlichen Quartiersplatz mit hoher Aufenthaltsqualität und Grünanteilen“ schaffen zu können.

Geplant sind in diesem Bereich neue Pflanz- und Baumbeete, die von einem Betonsockel eingerahmt werden, der auch zum Sitzen einladen soll. Große Bereiche des Platzes sollen entsiegelt und begrünt werden, vier Bäume sollen neu hinzukommen. Neue Bänke und ein kleiner Spielbereich, der etwa auch von der dort ansässigen Kita „Seemöwe“ genutzt werden kann, sollen die Aufenthaltsqualität weiter verbessern. Überfahrbar bleibt der Platz später nur noch für die Feuerwehr und für Anwohner, die zu ihren Garagen müssen.

Knapp eine Million Euro will sich die Stadt den Umbau kosten lassen, der möglichst schon im nächsten Jahr in Angriff und bis 2021 abgeschlossen sein soll. Zuvor will die Verwaltung noch „zeitnah“ in einer Bürgerinformation Meinungen und Anregungen zur Umgestaltung einsammeln.

Die Verkehrspolitiker Jörg Lindemann (CDU) und Ye-One Rhie (SPD) ahnen natürlich, dass die Parkplätze gerade in diesem Viertel mit hohem Parkdruck ein Reizthema sind. Die Frage sei, ob man den dort lebenden Menschen nicht zu viel zumute, zumal an der Lothringerstraße im Zuge des Umbaus zur Fahrradstraße in Richtung Wilhelmstraße noch viele weitere Parkplätze wegfallen werden. „Wir haben da noch keine abschließende Meinung“, erklären beide auf Anfrage.

Spätestens am kommenden Montag wollen sie ihre Linie festzurren. Klären wollen sie bis dahin, ob dem künftigen Quartiersplatz ein paar Meter abgeknabbert werden können, die dann doch noch parkenden Autos überlassen werden.