Aachen: Ulla Thönnissen gibt stellvertretenden Fraktionsvorsitz ab

Aachen : Ulla Thönnissen gibt stellvertretenden Fraktionsvorsitz ab

Ulla Thönnissen wird am 29. April im Düsseldorfer Landtag vereidigt. Die Aachener Kreisvorsitzende der CDU rückt für den verstorbenen Paderborner Abgeordneten Volker Jung nach. Vor rund zwei Wochen war sie erst von der CDU-Fraktion im Städteregionstag zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Darüber hinaus hat sie auch einen Sitz im Aachener Stadtrat, ist dort zweite stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Zudem ist sie Ende September vergangenen Jahres in der konstituierenden Sitzung des Zweckverbands Region Aachen einstimmig zur Vorsitzenden der Verbandsversammlung gewählt worden. Nun stellt sich unter anderem die Frage, ob die 51-Jährige bei so vielen Mandaten überhaupt noch dazu kommen wird, Politik auch mit Inhalten zu füllen.

Frau Thönnissen, sind das nicht zu viele Ämter, die Sie bekleiden, wenn Sie in Düsseldorf in den kommenden zwei Jahren die Politik mitgestalten wollen?

Thönnissen: Ich muss jetzt erst mal sondieren und Gespräche führen mit Kollegen. Ich habe den stellvertretenden Fraktionsvorsitz im Aachener Stadtrat am Montag bereits zur Verfügung gestellt.

Im Rat und im Städteregionstag werden Sie aber bleiben?

Thönnissen: Ja, ich bin bis 2020 gewählt und stehe somit auch in der Pflicht bei den Wählern.

Zumal im Rat auf der CDU-Liste als erste Nachrückerin der Name Maike Schlick steht. Sie hatte vor zwei Jahren für große Unruhe in der Fraktion gesorgt und war als damalige Vorsitzende sehr umstritten.

Thönnissen: Das ist davon total unabhängig.

Überraschend ist für Sie nicht, dass Sie in den Landtag nachrücken, überraschend dürfte für Sie der Zeitpunkt gewesen sein. Sie sind erst seit knapp drei Wochen Fraktionschefin im Städteregionstag .

Thönnissen: Es war ja klar, dass ich erste Nachrückerin bin und dass es theoretisch jeden Tag soweit hätte sein können. Die nächste Chance, die ich in Betracht gezogen hatte, war im September diesen Jahres die Kandidatur eines Landtagskollegen für die Oberbürgermeisterwahl in Essen. Ich habe aber auch in der Fraktion der Städteregion erklärt, dass ich für den Fall der Fälle, der jetzt tatsächlich überraschend eingetreten ist, als Vorsitzende weitermachen werde. Ich denke, dass die Arbeit gut zusammenpasst.

Was passiert mit Ihrem Unternehmen und den 20 Beschäftigten?

Thönnissen: Da habe ich natürlich vorgesorgt und jemanden entsprechend aufgebaut. Da ist alles geregelt.

Können Sie sich zeitlich denn auch den Vorsitz der Verbandsversammlung im Zweckverband Region Aachen leisten?

Thönnissen: Das wird in der Tat schwierig. Wegen der Osterferien haben hier noch keine Planungen stattgefunden, sie stehen aber zeitnah an. Die nächste Sitzung ist Ende April. Bis dahin wird einiges klarer sein.

Wohin tendieren Sie?

Thönnissen: Wir sind mit dem Zweckverband inhaltlich derzeit auf einem richtig guten Weg. Ich fände es schade, diesen Weg zukünftig in der bisherigen Form nicht mehr begleiten zu können. Die Beratungen dauern, wie gesagt, noch an.

Welche Schwerpunkte wollen Sie im Landtag für die Region Aachen setzen?

Thönnissen: Ich muss mit meinen Kollegen noch darüber reden, welche Ausschüsse und Konstellationen in welcher Form in Frage kommen können. Das hat bisher nicht stattgefunden, steht aber an. Kommunalthemen interessieren mich natürlich sehr, darüber hinaus auch Wirtschaft, Mittelstand, Innovation, in diese Richtung wird es wohl gehen, sofern es insgesamt passt.

Werden Sie in zwei Jahren wieder für den Landtag kandidieren?

Thönnissen: Ich gehe momentan davon aus, dass ich 2017 antreten werde. Konkret kann ich die Frage zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nicht beantworten, aber bis dahin habe ich auch Erfahrungen sammeln können, wie sich Kommunal- und Landespolitik zeitlich vereinbaren lassen und werde dann gegebenenfalls entsprechende Konsequenzen ziehen.

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