Aachen: Üppiges Grün gegen die Zerstörung der Natur

Aachen : Üppiges Grün gegen die Zerstörung der Natur

Zutiefst weiblich ist das Bewahren, Hüten und Schützen nicht nur von Essen und Nachwuchs, sondern auch von Kultur. Darum geht es in der großen Ausstellung der euregionalen Künstlerinnen-Vereinigung „dreieck.triangle.driehoek e.V.“, die auch und gerade angesichts der brutalen Kulturzerstörung etwa in Syrien ihren Widerstand dagegen zeigt.

Wichtig ist den 20 Künstlerinnen, den Begriff Kulturgut in seine Elemente zu zerlegen und die Werte, die damit gemeint sind, zu betonen.

„Money makes the world go round“ nennt Kirsten Müller-Lehnen ihr großes Gemälde, das mit geschredderten Geldscheinen und echtem Blattgold die kapitalistische Wirtschaftsordnung symbolisiert. Unübersehbar ist die Wucht, mit der sich Geld und Gold ausbreiten, unübersehbar sind auch die Spuren dieser Gewalt. „Na-tur-gut“ setzt Monika Petschnigg mit für sie typisch üppigem Grün gegen die Zerstörung und zeigt kraftvolle, energiegeladene Malerei, die in den Raum hinein leuchtet und strahlt.

Schwarz-weiße Radierungen

Gleich daneben hängen drei schwarz-weiße Radierungen und Arbeiten in der besonderen Chincollé-Technik von Mirjana Stein-Arsic, die sich mit Formensprache und Spielformen auseinandersetzen. Ruhig und elegant korrespondieren sie auch mit den verlassenen Häusern des „dreamvillage“ von Ingrid Pirnay, die mit ihrer Architektur und ihrer Menschenleere in Erinnerung bleiben.

„Erkennen, erleben und loslassen“ kennzeichnet das dreiteilige Altarbild von Heidi Giesbrecht, das in seiner Farbdynamik als Ölgemälde mit Lackstift-Pointilismus-Akzenten unübersehbar ist. Aufklärerisch geht Gabriele Maria Corsten unter dem Motto „Lug und Trug“ das Thema an und entlarvt den „Grünen Punkt“, der für Recycling und Umweltfreundlichkeit steht, mittels kleiner Wand-Installation als nicht grün, sondern bunt.

Neben dieser erfrischenden Überraschung gibt es die große Installation „Anagramm II“, die zwischen Teppich, Schublade und Tisch kulturelle Werte irritierend bis ironisch präsentiert und zukunftsorientiert zur Diskussion einlädt.

Uta Göbel-Groß zeigt „Augenblicklichkeiten“ — sieben Leinwandstelen, die mit Elementen, Symbolen und Abstraktionen spielen, immer in beeindruckenden Farbigkeiten aus Öl, Acryl und Erden, aber auch in seltenem Turner-Gelb. Um den Übergang von Farben, Schichten und Stimmungen in der Malerei geht es Christel Wermuth, während ihre belgische Kollegin Gertrude Kraft Malerei und Bildhauerei miteinander in Beziehung setzt.

Die Ausstellung der 20 Künstlerinnen versteht sich als Jahresausstellung ihres Vereins im „Kunstwechsel“, der vor einigen Wochen in die Aachen Arkaden umgezogen ist.

Während der Kunstroute ist die Ausstellung nur am Samstag, 24. September, geöffnet. Sie hängt und steht bis zum 8. Oktober und kann dienstags bis samstags von 13 bis 19 Uhr besichtigt werden.

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