Aachen: Überfall auf Juwelier am Büchel: Täter werden zu Haftstrafen verurteilt

Aachen : Überfall auf Juwelier am Büchel: Täter werden zu Haftstrafen verurteilt

Für den dreisten Überfall auf ein Juweliergeschäft am Büchel mitten in der Aachener City kassierten am Donnerstag drei noch junge Straftäter im Alter zwischen 17 und 19 Jahren vor dem Aachener Landgericht Haftstrafen von einmal zwei Jahren und acht Monaten sowie drei Jahren für die beiden weiteren Angeklagten.

Der Kopf des Quartetts, das am 25. Juli 2017 gegen 11 Uhr morgens in nur 75 Sekunden das zentral gelegene Juweliergeschäft ausraubten und elf wertvolle Uhren aus den Auslagen stahlen, ist allerdings bereits 62 Jahre alt und wurde von der Kammer unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme mit einer Strafe acht Jahren Haft bedacht. In ihr ist ein weiterer Überfall, den der ältere Täter in anderer Konstellation in Weiden in der Oberpfalz begangen hatte, bereits mit enthalten.

Alle vier Angeklagten stammen aus Litauen und waren in dem zweitgrößten Ort des Landes, in Kaunas, von einer bislang unbekannten Tätergruppe speziell für den Aachener Überfall angeworben worden. Bei dem Überfall zerrten sie eine bereits ältere Verkäuferin zu Boden und besprühten sie mit Reizgas, auch eine bereits 80-jährige Mitarbeiterin wurde mit einer Anscheinswaffe bedroht und mit Reizgas besprüht. Als sie nach 75 Sekunden aus dem Laden in Richtung Parkhaus flohen, hatten sie die Beute in einem Rucksack versteckt. Einer der jungen Täter hatte alles zugeben. Ihm war man auf die Schliche gekommen, weil er seine Einweghandschuhe am Tatort zurückgelassen hatte, hierauf fand man seine DNA-Spuren.

Die Spur nach Litauen fand man über entsprechende Verbindungsdaten der Handys. Die Beute im Wert von rund 300.000 Euro, es waren wertvolle Patek Philippe-Uhren, habe man im Parkhaus Büchel einem Hintermann übergeben. Deren Identität hatten die Jugendlichen, von denen zwei zur Tatzeit erst 16 Jahre alt waren und in Litauen noch zur Schule gingen, im Prozess nicht preisgegeben. Für ihren Raubzug in Deutschland hatte sie sich quasi "schulfrei" genommen.