Aachen: Über 1000 Unterschriften für den Radschnellweg Aachen-Herzogenrath

Aachen: Über 1000 Unterschriften für den Radschnellweg Aachen-Herzogenrath

„Ich freue mich immer, wenn sich Menschen für etwas einsetzen“, begrüßte Städteregionsrat Helmut Etschenberg am Mittwoch die kleine Delegation im Städteregionshaus. „Denn das ist selten geworden“, fügte er hinzu.

Claudius Wettstein setzt sich für etwas ein, denn er ist Sprecher der Bürgerinitiative Pro Radschnellweg Aachen-Herzogenrath. Und als solcher hatte er 1276 Unterschriften mit in die Aachener Zollernstraße gebracht von Menschen, die sich ebenfalls für die geplante Radverbindung einsetzen, deren Machbarkeitsstudie am Donnerstag im Bauausschuss der Städteregion diskutiert wird.

Wettsteins Unterschriftenliste wird dabei Thema sein, das hat Städteregionsrat Etschenberg ihm versprochen, als er die Liste auf dem Stand vom 20. September am Mittwoch entgegennahm. „Unsere Verwaltung müssen sie nicht mehr überzeugen“, hatte er der Delegation zuvor schon lächelnd erklärt, „jetzt geht es um die Politik.“

Und die wird sich im Bauausschuss am Donnerstag und im Städteregionsausschuss in einer Woche neben Wettsteins Unterschriften auch mit einem Brief aus dem Landesverkehrsministerium zum Radschnellweg beschäftigen müssen.

Weil sich nämlich der Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Herzogenrath für eine Streckenvariante über die deutsch-niederländische Nieuwstraat ausgesprochen hatte, hatte die SPD-Fraktion im Städteregionstag dort nachfragen lassen, ob für einen Radweg, der über niederländisches Staatsgebiet führt, eine Förderung vom Land überhaupt möglich sei. Ist es nicht, lautet die Antwort aus Düsseldorf. Zudem wäre die Streckenführung in diesem Abschnitt für einen Radschnellweg zu steil. Konsequenz: So ist weder die Einstufung als Radschnellweg noch eine Finanzierung durch das Land möglich.

Claudius Wettstein und seine bislang 1276 Mitstreiter sehen das genau so. Über die Nieuwstraat sei kein Radschnellweg möglich. Sie kämpfen für einen steigungsarmen und kreuzungsfreien Weg auf einer anderen Trasse. Denn Berufspendler, die mit dem Auto fahren, würden auf ihrem Arbeitsweg nach Aachen nur dann aufs Fahrrad umsteigen, „wenn sie merken, dass sie in 15 Minuten von Herzogenrath in Aachen sind, ohne zu schwitzen“, so Wettstein. Und nur dann gebe es eine Förderung vom Land — im Falle von Herzogenrath als Kommune mit weniger als 50.000 Einwohnern sogar zu 100 Prozent.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg jedenfalls hat sich überzeugen lassen. „Lassen Sie uns gemeinsam die Chancen eines Radschnellweges nutzen“, rief er Wettstein und Co. zu.

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