Aachen: Türsteher sahen brutalen Schlag ins Gesicht

Aachen: Türsteher sahen brutalen Schlag ins Gesicht

Was nachts im Umfeld von Diskotheken aus nichtigem Anlass passieren kann, machte am Freitag erneut der Fall einer wie aus dem Nichts aus dem Ruder gelaufenen Schlägerei mit anschließenden Messereinsatz vor einem Lokal in Aachens Studentenmeile Pont­straße deutlich.

Auf dem Zeugenstuhl des Aachener Schwurgerichts schilderten zwei der Türsteher die Situation in der Tatnacht zum 27. Mai 2012. Sie eskalierte völlig, als sie Dienst am Eingang der Lokalität im Bereich der sogenannten Milchstraße schoben und zwei der Gäste nach gegenseitigen „bösen Blicken“ im Inneren des Lokals „vor der Türe“ mit den Fäusten die Sache zu klären begannen.

Doch eines ist klar: Bereits nach der Zeugenaussage des ersten Türstehers, dem 28-jährigen Saman K., muss auch die Anklagebehörde darüber nachdenken, ob man nicht ebenfalls in Richtung des späteren Opfers Adem D. (25), der zwei Messerstiche in den Nierenbereich abbekam, ermitteln müsste.

Denn Saman K. wie auch der nach ihm vor Gericht aussagende Türsteher Bilal K. beschrieben, wie das spätere Opfer nach wenigen Schritten im Freien hinter dem Kassenbereich der Disko urplötzlich mit dem Faustrücken mitten ins Gesicht des jetzigen Angeklagten Tanju T. (24) aus Düren schlug. Der habe dann geschockt und mit blutüberströmtem Gesicht dort gestanden, berichteten beide. Das sah an dem unseligen Abend der Kumpel von T., der noch an der Kasse stand. Er spurtete sofort los, warf sich auf den Angreifer Adem D.. Beide fielen einige Treppenstufen hinunter, Adem E. kam auf dem zweiten Angeklagten Nico C. (24) zu liegen und nahm diesen in einen Würgergriff, „in den Schwitzkasten“.

„Ich bin zu den beiden hin, weil ich sah, dass der unten Liegende es nicht mehr lange machen wird“, erklärt Zeuge Saman K. die Lage. Er versuchte, „den starken Adem“ von dem Mann wegzuzerren. „Der lief bereits tief blau an“, beschrieb auch Bilal K. die Situation, das habe sehr ernst ausgesehen. Er habe zusätzlich, so der Türsteher, die Begleiter von Adem D. „von den anderen getrennt“. Man habe trotz der Anweisung des Chefs, draußen nicht einzugreifen, gehandelt. Aber es sei schließlich um das Leben gegangen. Um ein Leben ging es dann in der Tat. Denn Adem D. bekam plötzlich ein Messer in die Seite, das vom Angeklagten T. geführt wurde, wie dieser bereits zugab. Der Prozess geht am 23. April weiter.

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