Aachen: Trotz Sommerwetter: Die Aseag wird einfach nicht gesund

Aachen: Trotz Sommerwetter: Die Aseag wird einfach nicht gesund

Die Fahrpläne an den Haltestellen sind vielerorts derzeit mal wieder Muster ohne Wert. Wer in Aachen und der Region auf den Bus angewiesen ist, sollte tunlichst das Internet zu Rate ziehen. Auf ihrer Homepage teilt die Aseag aktuell mit, wo das Warten gar keinen Sinn mehr hat.

Über 70 Fahrten musste das Verkehrsunternehmen am Dienstag wieder streichen, weil die Busfahrer fehlten. Begründung nach wie vor: der hohe Krankenstand. Der macht der Aseag schon seit vielen Wochen zu schaffen. Bereits Anfang Juni mussten Touren gestrichen werden, weil sich viele Chauffeure krank gemeldet hatten.

Die Häufung könnte den Verdacht nahelegen, das fahrende Personal zeige auf diese Weise geballten Unmut. Doch dieser Vermutung sind schon vor Wochen sowohl Aseag-Chef Michael Carmincke als auch Betriebsrat Claus Schramm entgegengetreten: Der Job sei halt stressig, und die Belastungen würden den meist älteren Fahrern zusetzen.

Jüngere Kollegen sollen nachrücken, aber das zieht sich hin. Zwar hat die Aseag in diesem Jahr über 30 neue Fahrer eingestellt, doch mit denen können die akut entstandenen Löcher nicht gestopft werden. Viele der Neulinge haben noch keinen Busführerschein, zudem müssen sie noch Linienwege und Tarife pauken.

Immerhin: Eine erste Gruppe der frischen Kollegen wird nach Auskunft der Aseag Ende September das Schulungsprogramm durchlaufen haben. Wenn diese Mitarbeiter am Steuer Platz nehmen, freut man sich im Fahrerlager sicher über die willkommene Verstärkung. Ob es dann eine spürbare Entlastung gibt, kann allerdings bei der Aseag derzeit niemand so recht abschätzen.

Jedenfalls ist dann die Ferienzeit vorüber, die momentan auch zur angespannten Lage beiträgt. Zwar fällt in diesen Wochen der Schülerverkehr weg, aber viele Busfahrer sind in dieser Zeit eben auch in Urlaub. Und nicht nur die Fahrer: Wer sich bei der Aseag beschweren möchte, muss zurzeit ebenfalls etwas länger auf Antworten warten.

Viele Beschwerden

Es werde alles abgearbeitet, betont die Aseag gegenüber den „Nachrichten“, aber die Reihen seien in allen Bereichen urlaubsbedingt gelichtet. Dabei häufen sich natürlich gerade wegen der ausfallenden Fahrten die Unmutsbekundungen. Das Verkehrsunternehmen hat dem wenig entgegenzusetzen. Hinweise auf gestrichene Touren vermissen gerade die wartenden Fahrgäste an den Haltestellen, doch die kann die Aseag nicht mit ständig aktualisierten Aushängen tapezieren. Die verbliebenen Mitarbeiter, die noch auf Posten sind, bemühen sich nach Unternehmensangaben nach Kräften, die Busse rollen zu lassen.

Doch momentan bleibt den Disponenten nicht viel anderes übrig, als den Mangel möglichst effektiv zu verwalten.