Digitale Unterrichtsmittel: Trotz Medienkonzept keine Ausstattung für Schulen

Digitale Unterrichtsmittel: Trotz Medienkonzept keine Ausstattung für Schulen

Anderthalb Jahre habe der Prozess sicherlich gedauert, sagt Nina Schiffer. Schließlich habe man sich intensiv und in mehreren Arbeitsgruppen und Konferenzen damit auseinandergesetzt, wie man digitale Medien im Unterricht sinnvoll einsetzen kann, berichtet die stellvertretende Schulleiterin der katholischen Grundschule Feldstraße.

Die Arbeit hat sich gelohnt. Als Pilotschule ist die Aachener Grundschule in Sachen Mediennutzung nun Vorreiter. Seit vergangenem Jahr müssen alle 59 Aachener Schulen ein Medienkonzept erstellen. Unterstützung erhalten sie dabei vom euregionalen Medienzentrum. Erst wenn das Konzept als vollständig akzeptiert wird, bewilligt die Stadt ihrerseits als Schulträger die Anschaffung entsprechender Geräte. Davor waren die Schulen immer turnusgemäß und automatisch ausgestattet worden.

23 Schulen hätten bereits ein Medienkonzept eingereicht, teilte Lara Langfort-Riepe, Leiterin des euregionalen Medienzentrums, am Donnerstagabend dem Schulausschuss mit. Darunter sind zwölf Grundschulen, vier Gymnasien, zwei Realschulen, zwei Gesamtschulen, zwei Hauptschulen und eine Förderschule. Mit vielen weiteren Schulen stehen Langfort-Riepe und ihre Kollegen im engen Kontakt. 16 Medienkonzepte wurden bereits akzeptiert.

Auf die entsprechenden Medien müssen einige Schulen dennoch warten. Hintergrund ist, dass es für die digitale Ausstattung von Schulen zwei Finanzquellen gibt. Über das Förderprogramm „Gute Schule 2020“ stehen jeder Schule 9000 Euro pro Zug für Präsentationstechnik zur Verfügung. Einer kleinen Grundschule mit einer Klasse pro Jahrgang stehen also 9000 Euro zu, während ein großes Gymnasium mit fünf Parallelklassen mit 45.000 Euro rechnen kann.

Darüber hinaus werden die Schulen weiterhin nach besagtem Turnus ausgestattet: Dieses Jahr sind die Haupt-, Real- und Förderschulen dran, 2019 sind die Grundschulen an der Reihe. Im Haushalt werden die Mittel entsprechend hinterlegt. Ein Gymnasium, das jetzt viel Zeit und Arbeit in die Entwicklung eines Medienkonzepts steckt, muss also auf Anschaffungen, die nicht als Präsentationstechnik gelten, warten. Und zwar so lange, bis es turnusgemäß wieder an der Reihe ist.

Dass das den Schulen „nicht sinnvoll erklärbar“ sei, betonte Stefan Auler (CDU) im Schulausschuss unter Zustimmung der anderen Fraktionen. „Ein womöglich vier Jahre altes Konzept umzusetzen ist sinnfrei.“ Dass dies nicht ohne Weiteres zu ändern sei, erklärte indes Heinrich Brötz. Nicht nur wegen des Zusammenspiels unterschiedlicher Töpfe, sondern auch wegen bestehender Leasingverträge. In der nächsten Sitzung des Schulausschusses soll die Verwaltung der Politik das Prozedere dezidiert vorstellen — damit dieses dann gegebenenfalls geändert wird.

Mehr von Aachener Nachrichten