Aachen: Trotz klirrender Kälte in Aachen: Bloß nicht aufs Eis!

Aachen : Trotz klirrender Kälte in Aachen: Bloß nicht aufs Eis!

Auch wenn es in den vergangenen Tagen knackig kalt war und die dicke Eisschicht auf dem einen oder anderen Gewässer in der Stadt verlockend aussieht: Der Fachbereich Umwelt der Stadtverwaltung Aachen weist eindringlich darauf hin, dass das Betreten von Eisflächen auf sämtlichen Gewässern in Aachens Parkanlagen und auf den eingezäunten Stauanlagen verboten ist.

„Das ist einfach zu riskant“, erklärt Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Der Grund ist einfach: Nach Meinung von Experten gelten Eisschichten erst dann als sicher, wenn sie mindestens 15 Zentimeter dick sind. Bei fließenden Gewässern sind sogar 20 Zentimeter nötig.

„An den Ein- und Ausflussstellen zu Teichen und Weihern ist und bleibt die Eisdicke grundsätzlich sehr dünn“, sagt Harald Beckers. Auch wenn man das am Hangeweiher nicht vermuten mag: „Da fließt nun einmal die Pau durch, das darf man nicht vergessen.“

Tückische Hohlräume

Besonders die Risiken von eingezäunten Stauanlagen werden nach Erfahrung der Stadtverwaltung gerne unterschätzt. „Die Anlagen haben oft steile Ufer“, sagt Harald Beckers, und bei Niederschlägen könne sich der Wasserspiegel schnell verändern. Das trage dazu bei, dass die Eisflächen schneller brechen oder sich tückische, von oben schlecht sichtbare Hohlräume bilden.

Gerade bei der Stauanlage Kupferbach bestehe ein besonderes Risiko. Wegen Sanierungsarbeiten war der Wasserspiegel deutlich abgesenkt worden. Da der Kupferbach sein Wasser aber weiterhin in die Stauanlage fließen lässt, steige der Wasserspiegel. „Eine stabile Eisschicht kann also gar nicht entstehen.“

Zwar muss man nicht mit einer Bestrafung rechnen, wenn man eine städtische Eisfläche betritt. „Aber es kann durchaus sein, dass die Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamtes jemanden, der trotz aller Warnungen das Eis betritt, ansprechen“, sagt Harald Beckers.

Auch an anderer Stelle macht das kalte Wetter den Mitarbeitern der Stadt zu schaffen. So mahnt der Stadtbetrieb, dass aufgrund der Temperaturen die Bioabfallbehälter nicht richtig geleert werden konnten, weil der Inhalt festgefroren war. „Falls die Bioabfälle am Behälter haften, können diese am Vorabend der Leerung vorsichtig mit einem Spaten gelöst werden“, rät Anne Lehnen, Abfallberaterin des Stadtbetriebs.

Weiterhin könne es helfen, wenn die Behälter nach Möglichkeit an einem frostgeschützten Ort aufgestellt werden, etwa in den Keller oder in eine Garage. Es kann auch helfen, den Boden der Tonne mit zerknülltem Zeitungspapier oder leeren Eierkartons auszulegen. Das zieht Feuchtigkeit aus dem Abfall.

Weil der Boden bei diesen Temperaturen bis zu einer Tiefe von etwa 50 Zentimetern durchgefroren ist, liegen auch andere städtische Arbeiten wortwörtlich „auf Eis“. Baumpflanzungen, die normalerweise Ende Februar, Anfang März vorgenommen werden, werden jetzt wegen der Kälte im Boden noch verschoben.

Ebenfalls aufgrund von Kälte verschoben werden die Arbeiten am Neumarkt im Frankenberger Viertel, wie Harald Beckers berichtet. Auf dem zentralen Platz in dem Quartier, der erst im vergangenen Jahr wiederhergerichtet worden war, war rund um die Karnevalstage der Boden recht aufgeweicht und matschig geworden: Zuerst sei der Boden aufgrund niedriger Temperaturen gefroren, dann folgten Tauwetter und eine große Belastung durch die feiernden Karnevalisten.

Neumarkt wird glatt gezogen

Bei der sogenannten wassergebundenen Decke — so nennt sich der auf dem Neumarkt ausgebrachte Boden — habe man ein Aufweichen rund um Karneval leider nicht verhindern können. „Das Ganze muss nun einfach wieder glatt gezogen werden“, sagt Beckers. Das geht allerdings erst dann, wenn der Boden wieder ein bisschen weicher ist.

Mehr von Aachener Nachrichten