Aachen: Trinationale Kunstaktion: Schüler im Austausch für kulturelles Miteinander

Aachen: Trinationale Kunstaktion: Schüler im Austausch für kulturelles Miteinander

Grinsend steht die Schülerin ihrem Kameraden bei der Pantomimeübung gegenüber und zeigt ihm den Mittelfinger. Im Scherz. Und dennoch: Pantomime Scheibub macht sofort deutlich: „Diese Geste ist nicht erlaubt!” Die Übungen sind Teil eines Kunstprojektes, in dem es vor allem um das friedliche Miteinander zwischen Kulturen geht.

Das Projekt findet im Rahmen eines trinationalen Austausches zwischen Schülern der Heinrich-Heine-Gesamtschule (HHG) in Aachen und Schülern aus Krakau und Orleans statt. Mit Kukuk, dem belgisch-deutschen Verein für Kunst und Kultur am Köpfchen, hat die HHG ein Treffen zwischen den 40 teilnehmenden Schülern am Grenzübergang Köpfcheno rganisiert. Dort sollten sie sich über die Sprachbarrieren hinweg künstlerisch verständigen.

Die einen machten das auf musikalischem Wege, auf Trommeln spielend. Andere bastelten Figuren aus Holzzweigen, die das Motto des Projektes widerspiegeln sollten: „Grenzen überwinden - Grenzen ausloten”. An diesem Leitgedanken orientierte sich auch die Gruppe, die unter der Anleitung des professionellen Pantomimen Scheibub anhand der Körpersprache kommunizierte. „Die Grenzen existieren nicht auf dem Boden, sondern in unseren Köpfen. Durch die Körpersprache wollen wir sie überwinden, denn trotz unterschiedlicher Rituale versteht jeder diese Art der Sprache”, sagt Scheibub. Der trinatinoale Schüleraustausch hat im vergangenen Jahr in Krakau begonnen. Dort besuchten die Schschüler nicht nur die üblichen touristischen Attraktionen, sondern auch Orte von besonderer historischer Bedeutung. Um Grenzen zu überwinden: So erhielten die Schüler einen tieferen Einblick in die geschichtlichen Beziehungen der Länder.

In Krakau stand etwa die Besichtigung von Auschwitz auf dem Programm. Eine nachhaltige Erfahrung für die Schüler: „Das war wirklich gruselig. Man hört immer, wie schlimm es dort gewesen ist, doch wenn man selber vor Ort ist, erscheint es noch viel schlimmer", sagt der 17-jährige Michael Tomi, Schüler der HHG. „Zur Einführung wurde uns ein Film vorgeführt, der zeigte, wie die amerikanischen Soldaten erstmals die Konzentrationslager betraten. Überall lagen Leichen. Das war einfach schrecklich.”

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