Aachen: Trianel für Arbeitnehmerfreundlichkeit ausgezeichnet

Aachen: Trianel für Arbeitnehmerfreundlichkeit ausgezeichnet

Das wollte sich Ulla Schmidt, Gesundheitsministerin und Abgeordnete im Wahlkreis Aachen, nicht entgehen lassen. Kollege Arbeitsminister Olaf Scholz hatte die Aachener Stawag-Tochter „Trianel GmbH” ausgezeichnet und in die Rankingsliste (Platz 33) der 100 besten deutschen Arbeitgeber gesetzt - dies sogar bereits zum zweiten Mal als einzige Firma in Aachen.

Anlass genug für die Ministerin, der jungen Geschäftsleitung mit Sprecher Sven Becker und Geschäftsführer Jörg Vogt zu gratulieren und sich gleichzeitig rundum über das Geschäftsfeld des Betriebes mit etwa 160 Mitarbeitern zu informieren.

Trianel? Was könnte das überhaupt sein? Zuerst einmal ist es eine Art kleine Strom- und Gas-Börse mit Sitz in Aachen. Bereits seit zehn Jahren werden von der Stawag nicht nur Gas und Strom an den Endverbraucher verkauft.

Auch der Einkauf von Kilowattstunden und von Millionen Kubikmeter sibirischen Erdgoldes etwa werden hier im „Trading-Flur” des hypermodernen Gebäudes (von außen erkennbar an den orangefarbenen Fassaden-Elementen) an der Lombardenstraße getätigt.

Vor diversen Flatscreens auf einer Etage des mehrstöckigen Hauses sitzen hier Fachleute und ordern Energiepakete, so dass für die Trianel-Kunden, im Großen und Ganzen angegliederte Stadtwerke, ein akzeptabler Großhandelspreis heraus kommt.

So erklärte denn Sprecher Becker der Ministerin es auf seine Art: „Wir sind froh, dass wir Ihnen unsere Geschäftsmodell erklären dürfen. Sie müssen sich das wie einen Großhandel für Energie, eine Metro quasi für Strom und Gas vorstellen.”

Das begeisterte Ulla Schmidt. Die Ministerin schaute sich den aktuellen Handel auf den Bildschirmen an, stellte Fragen über Kurvenverläufe und Stromkurse, schaute sich die Preise der großen Strombörse in Leipzig an.

Erstaunlich auch, dass den Aachenern inzwischen neben dezentralen Biogas- und Solaranlagen sogar eigene Kraftwerke oder Beteiligungen daran gehören.

Deren Strom nehmen die 42 angeschlossenen Stadtwerke „zwischen Lübeck, Rosenheim und sogar Salzburg” (Becker) ab. Zu Trianel gehört beispielsweise das erste kommunale Gaskraftwerk in Hamm-Uentrop, das Kohlekraftwerk in Lünen und Anteile am Offshore-Windpark Borkum West II, der sich in Gründung befindet.

Die Kunden der Trianel können, beschrieb Jörg Vogt das Prozedere, für sie zugeschnittene Energie-Portfolios erwerben, die von Trianel-Mitarbeitern gemanagt werden.

Jörg Vogt beschrieb die Unternehmensphilosophie: „Wir sind als kleiner Robin Hood auf dem Markt der Großen angetreten. Das ist Klebstoff, der die Mitarbeiter zusammenschweißt.”

Die Ausgangslage habe zu einer hochmotivierten Belegschaft geführt, die eigenverantwortlich arbeiten und sich zu dem jetzt von Scholz ausgezeichneten Unternehmen gemausert hätten, Vogt: „Wir haben hier sehr flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege.”

Ulla Schmidt dazu: „Die arbeitnehmerfreundliche Firmenkultur ist eine echte Win-Win-Situation.” Die Ministerin weiter: „Sie könnten etwas für die Gesundheit tun. 500 Euro, die pro Mitarbeiter und Jahr für Gesundheitsvorsorge ausgegen werden, sind steuerfrei.”