Aachen: Treuer Begleiter: Studenten trauern um King Loui I.

Aachen : Treuer Begleiter: Studenten trauern um King Loui I.

Der stadtbekannte Campuskater King Loui I. ist tot. Studenten der Technischen Hochschule und zahlreiche Menschen aus Aachen und der Region trauern um einen treuen Begleiter.

„Manchmal muss ein König seine Krone ablegen, damit ihm Flügel wachsen können!“ Mit dieser Nachricht gab Besitzerin Nadine Biewer am Dienstagabend auf Louis eigener Facebookseite das bekannt, was schon länger absehbar war. Denn der getigerte Kater war schwer krank. Ende Juli war ein Tumor unter seiner Zunge diagnostiziert worden. Hoffnung auf Heilung gab es keine.

Die Anteilnahme an Louis Schicksal war und ist groß. Bei einer extra ins Leben gerufenen Crowd­funding-Aktion, mit der die teuren Untersuchungen und Medikamente bezahlt werden sollten, kamen innerhalb kürzester Zeit knapp 2000 Euro zusammen. Der Restbetrag, so sagt Nadine Biewer, über den sie jedoch noch keinen Überblick habe, soll an ein Aachener Tierheim oder eine Tierschutzorganisation gespendet werden.

Mit einer Online-Petition möchten seine Freunde ihm nun sogar ein Denkmal setzen — eine kleine Bronzestatue —, weil er „vielen Menschen Hoffnung gegeben und ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert hat“. Er sei ein Öcher Original. Manche Menschen seien extra nach Aachen gekommen, um ihn zu sehen, heißt es dort. Dass eine solche Petition Erfolg haben kann, wenn sich genügend Unterzeichner daran beteiligen, bestätigt sogar Stadtsprecher Bernd Büttgens.

Als Biewer am 13. August die mehr als 6000 Facebook-Fans wissen ließ, dass es „trotz all der Bemühungen in den letzten Wochen keine Heilung für Loui“ geben wird, wurde sie mit Mitleidsbekundungen überhäuft. Zahlreiche Kommentare zeugten von der großen Solidarität mit Biewer und der Samtpfote.

Am liebsten hielt sich der kleine Kater am RWTH-Hauptgebäude auf und sonnte sich in der Bewunderung und Zuneigung der Studenten. Er besuchte aber auch Cafés und Geschäfte in der Innenstadt, räkelte sich auf den Wartesesseln des Bürgerservices am Katschhof herum oder bewachte den Eingang der Domschatzkammer. Weil der reiselustige Kater auch immer wieder als blinder Passagier mit Paketboten mitfuhr — manchmal bis zur Uniklinik —, trug er ein Ortungsgerät am Hals, das zu seinem individuellen Erkennungszeichen wurde.

King Loui liebte es, gestreichelt zu werden. Und so zauberte er stets ein Funkeln in die gestressten Studentenaugen.

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