Aachen: Träume und Sehnsüchte von Kohlscheid bis Kairo im LuFo

Aachen: Träume und Sehnsüchte von Kohlscheid bis Kairo im LuFo

Mit der Ausstellung „Die Stadt, die es nicht gibt - Bilder globaler Räume” eröffnete das Ludwig-Forum für Internationale Kunst am Wochenende die größte Schau dieses Jahres.

20 internationale Künstler thematisieren in Fotos, Filmen und Videos mediale und gesellschaftliche Veränderungsprozesse und werfen dabei viele Fragen auf, die uns heute beschäftigen: In welcher Gesellschaft wollen wir eigentlich leben? Wie soll der soziale beziehungsweise der architektonische Raum aussehen?

„Gerade in Zeiten der wachsenden Bilderflut stellt sich die Frage, wie es eigentlich um unsere Welt steht und wie wirklich die Wirklichkeit eigentlich ist”, erklärte Brigitte Franzen, Leiterin des Ludwig-Forums, in ihrer Eröffnungsansprache. Viele der Künstler sowie Bürgermeisterin Margrethe Schmeer und prominente Politiker wie der Präsident des Europaparlaments Martin Schulz und der ehemalige Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes nahmen an der Vernissage teil.

Franzen ging auch darauf ein, was eigentlich eine Stadt ist, die es nicht gibt. „Durch die Sicht der Künstler wird das für uns sichtbar.” Es gehe um Vorstellungen von Orten, die es so nicht gibt, um Fragen eigener Existenz, in der Gegenwart wie in der Zukunft. „Kultur in Aachen hat eine grenzüberschreitende Dimension. Dabei überwindet die Ausstellung viele Grenzen, sowohl Landes-, als auch Kunstgattungsgrenzen sowie solche zwischen Realität und Fiktion”, sagte Franzen.

Stadtdirektor Wolfgang Rombey betonte den hohen Stellenwert des Ludwig-Forums in Aachen und die politische Dimension der Kunst, was auch durch das große Publikumsinteresse zur Eröffnung deutlich wurde. Was Künstler wie Kader Attia, Stefan Canham/Rufina Wu, Nadia El Fani, Annette Kelm, Aglaia Konrad, Till Krause, Michael Krumm, Armin Linke, Daniel Maier-Reimer, Paolo Pellegrin, Michael Schmidt, Wilhelm Schürmann, Maya Schweizer, Lidwien van de Ven, Clemens von Wedemeyer, Annette Wehrmann, Maja Weyermann, Tobias Zielony und David Zink Yi hier plakativ zeigen, sei ein wichtiger Anreiz zur gesellschaftlichen Diskussion.

75 Werke entführen den Betrachter in nahe und ferne Welten, von Kohlscheid bis Kairo geht es sowohl um dörfliche Landschaften als auch um Millionenstädte. Raumgreifende Installationen gibt es ebenso wie Fotoserien. Bilder aus dem von der Reaktorkatastrophe gebeutelten Fukushima stehen neben Fotos von Arbeitern einer Silbermine in Peru und Filmen vom Arabischen Frühling.

„Es geht um Träume, Sehnsüchte und Ängste sowie auch um globale Architekturtrends und eine dynamische Welt. Dabei steht die Stadt stets der Landschaft gegenüber”, erklärte Franzen.

Die Ausstellung „Die Stadt, die es nicht gibt - Bilder globaler Räume” ist bis 20. Januar 2013 im Ludwig Forum zu sehen.