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Benefiz-Aktion: Tonnenweise Hilfe für Flüchtlinge in Bosnien

Benefiz-Aktion : Tonnenweise Hilfe für Flüchtlinge in Bosnien

Das Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe hat wieder reichlich Winterkleidung für notleidende Flüchtlinge auf dem Balkan gesammelt. Mit ihrem dicht bepackten Lkw sind die Aktiven des Vereins jetzt in jeder Hinsicht bestens angekommen.

„Es war ein Mammut-Werk, aber wir haben es geschafft“, sagt der Vorsitzende des Aachener Netzwerks für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V., Helmut Hardy. „Und es war dringend nötig.“ Heißt: Wieder einmal haben engagierte Bürger einen großen Hilfstransport für Flüchtlinge Richtung Balkan auf den Weg gebracht – denn der Bedarf an warmer Winterkleidung und vielem mehr ist dort nach wie vor enorm.

Am 12. Oktober bereits kam die Nachricht, dass an der bosnisch-kroatischen Grenze Schnee gefallen ist. Der Winter hatte begonnen. Eine Katastrophe für die Flüchtlinge, die in den bosnischen Wäldern einen Weg in die EU suchen. „Oft werden sie dabei von kroatischen Grenzschützern ihres Hab und Guts beraubt – und nicht selten „verlieren“ sie dabei auch ihr Schuhwerk“, so Hardy.

Das Aachener Netzwerk startete also direkt eine Sammlung von Winterkleidung, Schuhen und Schlafsäcken. Per Mail, Facebook, Instagram und Twitter erreichte man zahlreiche Spender und befreundete Organisationen. So sammelten sich in wenigen Wochen mehrere Tausend Kilogramm Pullover und Jacken, Hunderte Paar Schuhe und mehrere Hundert Schlafsäcke. Nicht nur in Aachen, sondern auch in Köln, Stuttgart, Winterberg, Wuppertal und Würzburg wurde gesammelt. Firmen aus Düsseldorf, Heinsberg und Norderstedt spendeten Überproduktion oder B-Ware. So mussten die Paletten 2,50 Meter hoch bepackt werden, damit alles in den 40-Tonner passte, mit dem die Helfer sich alsbald auf den Weg machten.

Ein Dutzend Mitglieder und Freunde des Vereins halfen beim Sortieren und Verpacken des Materials, zehn weitere standen bereit, um den Lkw zu beladen.

Übrigens: Vier syrische Helfer sind selbst vor fünf Jahren über die Balkanroute nach Aachen gekommen. Mohammed Jeha, der nun in Aachen Elektrotechnik studiert, erinnert sich nur ungern an seine Zeit in den ungarischen Wäldern. „Es ist wie gestern – das vergisst man nicht. Deshalb haben wir sofort Ja gesagt, als wir gefragt wurden, ob wir anpacken können.“

Nun hat auch er dazu beigetragen, denjenigen zu helfen, die heute auf dem Balkan an Not und Kälte leiden. Inzwischen ist der Transport nach 1300 Kilometern Fahrt im bosnischen Bihac angekommen. Auch Zlatan Kovacevic von „SOS Bihac“ freute sich über die mittlerweile vierte Aktion der Aachener: „Auf unsere Aachener Freunde ist immer Verlass. Am Wochenende werden wir die ersten Winterjacken und Schlafsäcke verteilen. Hier soll keiner erfrieren.“

(red)