Aachen: Tod einer Radfahrerin: Radler fordern bessere Verkehrsführung

Aachen : Tod einer Radfahrerin: Radler fordern bessere Verkehrsführung

Blumen, Kerzen und Bilder am Hansemannplatz zeugen von der tiefen Betroffenheit vieler Aachener. Nur wenige Stunden nach dem tragischen Unfall, bei dem eine 29-jährige Radfahrerin tödlich verletzt wurde, hatten sich dort bereits am Donnerstag zahlreiche Menschen zu einer Mahnwache versammelt.

Am Freitag fanden sich erneut am Unfallort Unterstützer der Fahrradfahrerbewegung Critical Mass Aachen ein. Bei ihrer turnusmäßigen Tour am letzten Freitag des Monats legten sie am Hansemannplatz einen Zwischenstopp ein Die junge Radfahrerin und ein 39-jähriger Busfahrer der Linie 57 fuhren die abschüssige Monheims­allee in Richtung Hansemannplatz hinunter. Die Radfahrerin wollte geradeaus fahren, der Bus nach rechts in die Peterstraße abbiegen. Dabei kam es zu dem verhängnisvollen Zusammenstoß. Der genaue Unfallhergang wird derzeit noch von der Polizei ermittelt, ein Unfallsachverständiger und die Staatsanwaltschaft wurden hinzugezogen. Die Beamten sind außerdem auf der Suche nach Zeugen, die bei der Aufklärung helfen können.<p> „Die gesamte Belegschaft der Aseag ist tief betroffen“, sagt Aseag-Sprecher Peter Heesel. Man spüre deutlich das Mitgefühl für die Familie der jungen Frau. „Und wir kümmern uns intern um den Fahrer.“

Betroffene Aachener Gedenken an die 29-jährige Radfahrerin: Am Donnerstagnachmittag wurde die junge Frau von einem Bus erfasst und tödlich. Foto: Martin Ratajczak

Als außergewöhnlich gefährliche Stelle sei der Hansemannplatz der Aseag nicht bekannt, sagt Heesel. „In Aachen haben wir die Situation, dass überall viel los ist, Fußgänger, Radfahrer und Verkehr zusammenkommen und zurechtkommen müssen.“ In der Stadt seien die Straßen allgemein sehr eng.

Betroffenheit: Am Ort des tragischen Geschehens legten Aachener Kerzen und Blumen nieder. Foto: Michael Jaspers.

Eine sogenannten Unfallhäufungsstelle ist der Hansemannplatz auch aus Sicht der Polizei nicht, sagt Petra Wienen, Sprecherin der Polizei, auf Anfrage. Das sieht Jörg Albrecht allerdings anders. Der Aachener fährt hin und wieder bei Fahrradaktivisten von Critical Mass mit und hat den Unfallhergang für sich nachgezeichnet. Das Problem sei, dass Autos und Busse an dieser Stelle separate Rechtsabbiegespuren haben. Die für Autos liege — von der Monheimsallee kommend — vor der für die Busse, erklärt Albrecht.

Der Fahrradschutzstreifen, wie Radwege im Fachjargon bezeichnet werden, ist im Bereich der nach rechts abbiegenden Autos rot gekennzeichnet. „Dort wo der Bus abbiegt, gibt es kein Verkehrszeichen mehr, keine Markierung am Boden, die darauf aufmerksam machen könnte, dass ein abbiegender Bus die Spur kreuzt“, sagt Albrecht. Aus seiner Sicht sei es ein Unfall „by Design“ — sozusagen durch die Verkehrsführung herbeigeführt. Zumindest den Radweg könne man in diesem Bereich durchweg rot markieren.

Helga Weyers vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Aachen ist in ihrer Aussage etwas zurückhaltender. „Die schwierige Verkehrssituation, wenn Radfahrer geradeaus fahren und von Rechtsabbiegern gekreuzt werden, steht schon länger auf unserer Agenda.“

Das Aachener Verkehrssystem sei vor allem auf möglichst fließenden Autoverkehr ausgelegt. „Da stört der Fahrradfahrer eher. Zumindest hat man das Gefühl“, sagt Weyers. In den vergangenen Jahren habe zwar ein Umdenken eingesetzt, die jahrzehntelangen Planungen aus der Perspektive des Autofahrers seien aber nicht kurzfristig anzupassen.

„Besonders traurig finde ich, dass scheinbar erst etwas passieren muss, bevor sich etwas ändert.“ Dass der Hansemannplatz für die Sicherheitsbehörden keinen Unfallgefährdungsschwerpunkt darstellt, das weiß auch Weyers. Dabei sei die Situation gar nicht so anders als jene an Boxgraben und Junkerstraße, wo die Verkehrsführung bereits geändert wurde. „Die Monheimsallee in Richtung Hansemannplatz ist eine Gefällestrecke, bei der Radfahrer auch dazu tendieren, schneller zu fahren.“ Dann folge die schwierige Rechtsabbiegesituation, in der der Radfahrer zwar Vorfahrt habe, „aber oft nicht wahrgenommen wird“.

Der tödliche Unfall am Hansemannplatz ruft auch Erinnerungen an jenen vom September 2016 an der Schanz wach. „Es gibt da den Unterschied, dass an der Schanz in der Regel die Verkehrsregeln nicht eingehalten werden“ sagt Harald Beckers vom städtischen Presseamt.

Trotz der nach dem Unfall aufgestellten Stoppschilder und der Markierung eines neuen Halte- streifens hätten Stadt und Polizei die Erfahrung gemacht, dass die Raser an dieser Stelle nicht zu belehren sind. „Jetzt ist eine Aufpflas­terung geplant“ — eine Bodenwelle über die gesamte Fahrbahnbreite. Die Hoffnung ist, dass Autofahrer bremsen — zumindest, um das eigene Auto zu schützen. Im Juni soll auch ein Entwurf zur Änderung der Verkehrsführung präsentiert werden.

Was die Verkehrsführung am Hansemannplatz angeht, „da wird in den kommenden Tagen wahrscheinlich die Verkehrskommission zusammenkommen“, sagt Beckers. Vertreter der Verkehrsplanung, der Verkehrsbehörde, der Aseag und der Polizei werden dann darüber beraten, wie man die Kreuzungssituation kurzfristig sicherer gestalten kann.

„Am Hansemannplatz ist alles sehr eng angelegt. Die Straßen ermöglichen eine Weiterfahrt in alle Richtungen.“ Aktuell plane man auch eine Veränderung der Verkehrsführung der Heinrichsallee, wo Radfahrer und Busse sich sozusagen eine Spur teilen. „Wir müssen sehen, ob wir im Zuge dieser Umbauten den Plan erweitern und auch den Hansemannplatz etwas umstrukturieren können.“

„Die gesamte Belegschaft der Aseag ist tief betroffen“, sagt Aseag-Sprecher Peter Heesel. Man spüre deutlich das Mitgefühl für die Familie der jungen Frau. „Und wir kümmern uns intern um den Fahrer.“

Als außergewöhnlich gefährliche Stelle sei der Hansemannplatz der Aseag nicht bekannt, sagt Heesel. „In Aachen haben wir die Situation, dass überall viel los ist, Fußgänger, Radfahrer und Verkehr zusammenkommen und zurechtkommen müssen.“ In der Stadt seien die Straßen allgemein sehr eng.

Eine sogenannten Unfallhäufungsstelle ist der Hansemannplatz auch aus Sicht der Polizei nicht, sagt Petra Wienen, Sprecherin der Polizei, auf Anfrage. Das sieht Jörg Albrecht allerdings anders. Der Aachener fährt hin und wieder bei Fahrradaktivisten von Critical Mass mit und hat den Unfallhergang für sich nachgezeichnet. Das Problem sei, dass Autos und Busse an dieser Stelle separate Rechtsabbiegespuren haben. Die für Autos liege — von der Monheimsallee kommend — vor der für die Busse, erklärt Albrecht.

Der Fahrradschutzstreifen, wie Radwege im Fachjargon bezeichnet werden, ist im Bereich der nach rechts abbiegenden Autos rot gekennzeichnet. „Dort wo der Bus abbiegt, gibt es kein Verkehrszeichen mehr, keine Markierung am Boden, die darauf aufmerksam machen könnte, dass ein abbiegender Bus die Spur kreuzt“, sagt Albrecht. Aus seiner Sicht sei es ein Unfall „by Design“ — sozusagen durch die Verkehrsführung herbeigeführt. Zumindest den Radweg könne man in diesem Bereich durchweg rot markieren.

Helga Weyers vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Aachen ist in ihrer Aussage etwas zurückhaltender. „Die schwierige Verkehrssituation, wenn Radfahrer geradeaus fahren und von Rechtsabbiegern gekreuzt werden, steht schon länger auf unserer Agenda.“

Das Aachener Verkehrssystem sei vor allem auf möglichst fließenden Autoverkehr ausgelegt. „Da stört der Fahrradfahrer eher. Zumindest hat man das Gefühl“, sagt Weyers. In den vergangenen Jahren habe zwar ein Umdenken eingesetzt, die jahrzehntelangen Planungen aus der Perspektive des Autofahrers seien aber nicht kurzfristig anzupassen.

„Besonders traurig finde ich, dass scheinbar erst etwas passieren muss, bevor sich etwas ändert.“ Dass der Hansemannplatz für die Sicherheitsbehörden keinen Unfallgefährdungsschwerpunkt darstellt, das weiß auch Weyers. Dabei sei die Situation gar nicht so anders als jene an Boxgraben und Junkerstraße, wo die Verkehrsführung bereits geändert wurde. „Die Monheimsallee in Richtung Hansemannplatz ist eine Gefällestrecke, bei der Radfahrer auch dazu tendieren, schneller zu fahren.“ Dann folge die schwierige Rechtsabbiegesituation, in der der Radfahrer zwar Vorfahrt habe, „aber oft nicht wahrgenommen wird“.

Der tödliche Unfall am Hansemannplatz ruft auch Erinnerungen an jenen vom September 2016 an der Schanz wach. „Es gibt da den Unterschied, dass an der Schanz in der Regel die Verkehrsregeln nicht eingehalten werden“ sagt Harald Beckers vom städtischen Presseamt.

Trotz der nach dem Unfall aufgestellten Stoppschilder und der Markierung eines neuen Halte- streifens hätten Stadt und Polizei die Erfahrung gemacht, dass die Raser an dieser Stelle nicht zu belehren sind. „Jetzt ist eine Aufpflas­terung geplant“ — eine Bodenwelle über die gesamte Fahrbahnbreite. Die Hoffnung ist, dass Autofahrer bremsen — zumindest, um das eigene Auto zu schützen. Im Juni soll auch ein Entwurf zur Änderung der Verkehrsführung präsentiert werden.

Was die Verkehrsführung am Hansemannplatz angeht, „da wird in den kommenden Tagen wahrscheinlich die Verkehrskommission zusammenkommen“, sagt Beckers. Vertreter der Verkehrsplanung, der Verkehrsbehörde, der Aseag und der Polizei werden dann darüber beraten, wie man die Kreuzungssituation kurzfristig sicherer gestalten kann.

„Am Hansemannplatz ist alles sehr eng angelegt. Die Straßen ermöglichen eine Weiterfahrt in alle Richtungen.“ Aktuell plane man auch eine Veränderung der Verkehrsführung der Heinrichsallee, wo Radfahrer und Busse sich sozusagen eine Spur teilen. „Wir müssen sehen, ob wir im Zuge dieser Umbauten den Plan erweitern und auch den Hansemannplatz etwas umstrukturieren können.“

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