Aachen: Tivoli ist für ALRV kein Thema

Aachen: Tivoli ist für ALRV kein Thema

Die Idee hat Frank Kemperman wahrlich nicht zum ersten Mal gehört. Schließlich ist der Vorstandsvorsitzende des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) nicht erst seit gestern in der Stadt unterwegs, um für ein größeres Turniergelände in der Soers zu werben — gerade mit Blick auf die Reit-Europameisterschaften 2015, aber auch für die CHIO-Turniere danach.

Doch selbst nach den jüngsten Entwicklungen rund um seinen krisengeschüttelten Nachbarn im Sportpark Soers hat er dabei nicht den Tivoli im Blick. „Mit der Alemannia wird es irgendwie weitergehen“, zeigt sich Kemperman im Gespräch mit den „Nachrichten“ trotz der angekündigten Insolvenz des Noch-Drittligisten überzeugt. Daher glaube er nicht, dass das Stadion abgerissen wird. „Fußball wird in Aachen immer gespielt werden.“ Auch eine Nutzung des Tivoli — etwa für die chronisch ausverkauften Dressurwettbewerbe beim CHIO — kommt für den Niederländer nicht in Betracht. „Das passt nicht in unsere Strategie.“ Im Gegenteil: „Wir können der Alemannia nur alles Gute wünschen.“

Von der Pleite der Fußballer sind allerdings auch die Reitersleute nebenan betroffen, jedoch nur in einigen wenigen Bereichen. „Die wichtigste Schnittstelle zwischen der Alemannia und uns ist wohl das Thema Parken“, sagt Frank Kemperman. Das Parkhaus und die Flächen des jeweils Anderen würden beim CHIO vom ALRV und bei Fußballspielen von der Alemannia genutzt. „Das ist alles vertraglich geregelt.“ Kemperman geht nicht davon aus, dass sich daran etwas ändert.

Stromversorgung und Videowand

Weitere Berührungspunkte sind etwa die Stromversorgung im Sportpark Soers oder auch die Nutzung der Videowand auf dem Tivoli-Vorplatz. „Die Alemannia hat derzeit größere Sorgen als das“, sagt Kemperman, der diese Dinge erst regeln möchte, wenn deutlicher sei, wie es mit der Alemannia weitergeht. Im Übrigen gehe es dabei — zumindest aus Sicht des ALRV — um kleinere Geldbeträge, räumt der Niederländer ein.

Sein Augenmerk gilt also derzeit nicht dem Tivoli, sondern dem eigenen Dressurstadion. Denn wie bereits während des CHIO im Juli angekündigt, wird das zur Reit-EM 2015 erweitert. Kurz nach dem Turnier haben das Aachener Architekturbüro Kada-Wittfeld und die HPP-Architekten aus Düsseldorf ihre Entwürfe dem ALRV vorgestellt. „Die Aachener hatten die Nase vorn“, berichtet Kemperman. Derzeit befinde man sich mit Kada-Wittfeld in der Detailplanung, die Ausschreibungen sollen Anfang 2013 erfolgen. „Unsere Zielsetzung bleibt, dass wir nach dem CHIO 2013 mit dem Bau beginnen können und rechtzeitig vor dem CHIO 2014 fertig sind.“

Kernpunkt der Erweiterung ist eine neue Tribüne an der bislang offenen Ostseite des Dressurstadions. Auf ihr sollen bis zu 1500 Zuschauer Platz finden. Die genauen Kosten stehen zwar noch nicht fest, sollen sich aber im unteren Millionenbereich bewegen — auf jeden Fall wird die neue Tribüne günstiger als der neue Tivoli.

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