Aachen: Tierschützer weiter für Wildtierverbot im Zirkus

Aachen : Tierschützer weiter für Wildtierverbot im Zirkus

Das am Freitag beginnende Gastspiel des Circus Krone in Aachen befeuert erneut die Diskussion um die Wildierhaltung im Zirkus. Während der Zirkus mit „spannungsgeladenen Dressurshows“ und unter anderem mit dem Auftritt einer „gigantischen Elefantenherde“ wirbt, werfen Tierschützer dem Unterhaltungsbetrieb Tierquälerei und gravierende Missstände bei der Tierhaltung vor.

Insbesondere die Tierrechtsorganisation Peta erhebt regelmäßig schwere Vorwürfe gegen den Circus Krone, den sie auch als „notorischen Tierqualzirkus“ bezeichnet. Die Elefanten würden demnach Verhaltensstörungen zeigen, aber auch andere Tiere würden unter den Dressuren leiden, denn eine „sanfte Dressur“ gebe es nicht, ist Peta überzeugt.

Die Organisation kritisiert auch die Aachener Stadtverwaltung, die Krone eine Gastspielgenehmigung gegeben hat, und verweist auf eine ganze Liste europäischer Länder, die längst ein Verbot von Wildtieren im Zirkus erlassen haben. Zahlreiche deutsche Kommunen haben ebenfalls ein solches Verbot ausgesprochen. Und auch der Bundersrat hat bereits ein grundsätzliches Wildtierverbot gefordert, umgesetzt wurde es von der Bundesregierung bislang nicht.

Das mag auch an der Lobbyarbeit liegen, die der Circus Krone auch vor seinem Aachener Gastspiel nicht ungenutzt ließ. So meldeten sich bereits Wochen vor der heutigen Premiere der Berufsverband der Tierlehrer e.V. und das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“ in unabhängigen Pressemeldungen und Schreiben an die Spitzen der Stadt, um ihrerseits Stimmung gegen Peta zu machen.

„Im falschen Licht“

„Fanatische Tierrechtler“ würden demnach das Gastspiel nutzen, „um den Circus Krone mit haltlosen Vorwürfen zu überziehen und dessen Tierhaltung in einem falschen Licht erscheinen zu lassen“, schrieben sie. Von „Anschuldigungen und Lügen in übelster Form“ war die Rede, durch die sich Zirkusbesucher jedoch nicht irritieren lassen sollten.

So behauptet der Berufsverband der Tierlehrer, dass der Circus Krone die „tierschutzrelevanten Forderungen“ der Zirkusleitlinien „vorbildlich erfüllt“, in manchen Fällen gar weit übertreffe. Jeder könne sich hinter den Kulissen von der „mustergültigen“ Tierhaltung überzeugen.

Welchen Aufwand der Zirkus betreibe, legt insbesondere das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“ auf vielen Seiten dar: Es gebe großzügige Gehege, bzw. Wasserbecken, eine hervorragende Pflege und Ernährung, tierärztliche Betreuung, tierfreundliche Transporte. Und die Dressur beruhe auf einem Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier — nicht auf brutalem Zwang. Die Tiere im Circus Krone würden regelmäßig ein hohes bis sehr hohes Alter erreichen, was auf gute Lebensbedingungen hinweise.

Peta hält solche Aussagen für geschönt und behauptet: „Die Liste der Tierquälereien wird jedes Jahr länger.“ Wildtiere im Zirkus seien nicht mehr zeitgemäß, sagt die Organisation. Die Mehrheit der Bevölkerung sehe das genauso, ist Peta überzeugt.

Mehr als 200 Tiere gehören zu der Zeltstadt, die derzeit auf dem Bendplatz residiert. Von Freitag an bis kommenden Donnerstag, 18. Juli, gibt es täglich zwei Vorstellungen, wochentags um 15.30 und 18 Uhr, am Sonntag um 14 und 18 Uhr.

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