Theaterstück "Was ihr wollt" für Hörende und Gehörlose in Aachen

Augenkontakt ist bei „Handblick“ wichtig : Einblicke in eine andere Theaterkultur

„Was ihr wollt“ ist der Titel von William Shakespeares Komödie, die die Theatergruppe „Handblick“ seit nun mehr als einem halben Jahr einübt. „Was ihr wollt“ passt auch zum gewünschten Publikum, das für die Aufführungen erwartet wird, denn das Stück wird sowohl für hörende als auch für gehörlose Zuschauer aufgeführt.

„Unsere Theatergruppe haben wir Ende 2015 in Kooperation der Theaterschule Aachen und dem Hörgeschädigten-Zentrum gegründet“, erzählt Diana Margolina, „das Ziel unserer Gruppe ist es, dem viel zu raren Theaterangebot für gehörlose Personen entgegenzuwirken, aber auch den Hörenden Einblicke in eine andere Theaterkultur zu geben.“

Die Gruppe besteht aus 13 Personen, darunter sind sieben Gehörlose und vier Hörende. „Das Theaterspielen bei uns ist anders, denn wir Schauspieler müssen uns immer sehen können. Das ist wirklich Augenarbeit“, beschreibt Martina Tolnai das Schauspielern im Inklusionstheater. Sie selbst ist eine der hörenden Schauspielerinnen. „Für uns ist es etwas ganz anderes, plötzlich gucken zu müssen, wo wir doch sonst so gern einfach nur hören.“

Genau dieses Aufeinandertreffen von zwei Welten ist es, das die Theaterform und die Gruppe zu etwas Besonderem macht. „Handblick“ ist die erste Gebärdentheatergruppe der Euregio und hat in diesen vier Jahren insgesamt fünf Produktionen auf die Bühne gebracht. Auf „Ein Sommernachtstraum“ folgt in diesem Jahr das zweite Stück von Shakespeare, das die Gruppe aufführen wird.

Die Premiere des Stücks ist am Mittwoch, 8. Mai, um 20 Uhr im Space des Ludwig Forums. Eine zweite Aufführung gibt es am Mittwoch, 15. Mai, zur selben Zeit und am selben Ort. Tickets können per E-Mail an karten@handblick-aachen.de reserviert werden. Das Stück erfolgt komplett in Gebärdensprache und wird für die hörenden Zuschauer in Lautsprache übersetzt.

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