Aachen: Theaterschule bietet Zeitreise in eine abenteuerlustige Kindheit

Aachen: Theaterschule bietet Zeitreise in eine abenteuerlustige Kindheit

Tom Sawyer ist ein cleverer Bursche: Im Handumdrehen ist der Zaun gestrichen, denn alle Freunde haben mitgeholfen. Und so ist die lästige Strafe seiner Tante Polly schnell erledigt. Schließlich will Tom den heißen Sommertag lieber mit seinen Freunden am Flussufer des Mississippi genießen.

Welche Abenteuer Tom und seine Freunde erleben, schildert die unterhaltsame Lausbubengeschichte „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“. Den Klassiker von Mark Twain zeigt die Theaterschule Aachen am 27. und 28. Mai in der Bühnenfassung von Andreas Gruhn. Regie führte die 22-jährige Diana Djamadi, die sich voll und ganz mit dem Stoff identifizieren kann: „Das Stück erinnert mich an meine eigene Kindheit, als wir gerne in andere Rollen schlüpften und im Garten in unserer Fantasie in eine andere Welt eintauchten.“

Die Inszenierung, die nicht nur Kindern ab acht Jahren, sondern auch Erwachsenen Spaß macht, ist Djamadis Abschlussregiearbeit im Fach Regie. In der Regiewerkstatt der Theaterschule Aachen arbeitet sie unter der Leitung des gefragten Regisseurs Christian von Treskow.

Dem Publikum bietet sie eine puristische, einstündige Inszenierung mit schlichtem Bühnenbild. Sie legte Wert auf Mimik und Gestik der sieben Schauspieler. „Es ist bereits das zweite Stück, wo ich vollständig die Regie übernehme“, erzählt die Spielleiterin. Das Genre des Kinder- und Jugendtheaters habe sie auch gereizt, weil es in der Ausbildung sonst eher weniger behandelt wird.

Christopher Gollan in der Rolle des zwölfjährigen Tom und Tobias Kulka als ebenfalls zwölfjähriger Huckleberry Finn lassen das Publikum eintauchen in eine abenteuerlustige Kindheit, wie sie den Kindern heute eher versagt ist. „Deshalb ist dieser Theaterbesuch für Kinder eine spannende Reise in eine andere Zeit mit anderen Sitten, mit anderen Pflichten, aber auch anderen Freiheiten“, erklärt Diana Djamadi.

Sie lädt das junge Publikum zum Interagieren ein. So können die Zuschauer sich selbst als Teil dieser Welt im Jahr 1849 begreifen. „Schön, dass Ihr alle da seid!“, begrüßt Huckleberry Finn das Publikum, springt über die Bühne, schlägt einen Purzelbaum. Er erzählt, wie man sich die damalige Zeit vorzustellen hat: „Es ist der wilde Westen, mit Rothäuten und gefährlichen Banditen. Und wenn Ihr unsere Stadt St. Petersburg auf der Landkarte sucht, dann vergeblich. Mark Twain hat sie bloß erfunden.“

Die Rolle von Toms Freund Georgy hat Diana Djamadi abweichend vom Buch mit der Schauspielerin Hannah Sophia Küpper besetzt. „Wir haben mehr Frauen im Ensemble, und warum sollen wir die Frauenquote in Toms Freundeskreis nicht zeitgemäß erhöhen“, sagt die Regisseurin. So wurde aus Georgy die pfiffige Jeanny. Zum Ensemble gehören noch Jana Weißmann, Yvonne Hofmann, Mary-Ann Berger und Thilo Metzger.

Die Premiere ist am Sonntag, 27. Mai, um 19 Uhr im Space des Ludwig Forums, die zweite Vorstellung am Montag, 28. Mai, um 17 Uhr ebenfalls im Space. Tickets (sieben Euro, ermäßigt für Schüler, Studierende und Senioren fünf Euro) gibt es an der Abendkasse.

(krüs)
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