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Aachen: Theater K: Leichen, wohin man schaut

Aachen : Theater K: Leichen, wohin man schaut

150 Leichen zählten Annette Schmidt, Anush Manukian und ihr Ensemble in 36 Tatort-Folgen. „Waren Geschichten und Erzählungen auch früher schon so blutrünstig?“, fragten sie und machten im Rahmen der 5. Aachener Krimitage einen Ausflug in die klassischen Kriminalgeschichten.

Bei Shakespeare jedenfalls ging es offensichtlich schon hoch her. In „Titus Andronicus“, einer frühen Tragödie Shakespeares, gibt es so viele Leichen, dass der Zuschauer schnell den Überblick verliert. Das Theater K stapelte sie als Stoffpuppen auf der Bühne und machte so anschaulich klar, wie blutrünstig es früher zuging.

Leichen, Särge, Grabsteine, Totenköpfe und mörderische Absichten stehen bei „Let‘s thrill“, einer skurrilen Show aus Tanz, Gesang und szenischer Lesung, hoch im Kurs. Der Zuschauerraum in der Tuchfabrik am Strüverweg war voll besetzt, als das Theater K seinen ganz eigenen und speziellen Beitrag zu den Aachener Krimitagen lieferte. Zwischen Glamour und Grauen bewegten sich die Akteure auf der Bühne und ließen das Publikum teilhaben an „getanzten Gewissensbissen“ und schaurigen Liedern.

Für die Revue hat sich das bewährte Duo Annette Schmidt und Anush Manukian Verstärkung geholt: die Musicaldarstellerin Simone el Mellouki Riffi und den Absolventen der Aachener Theaterschule, Ramon Linde. Für Linde ist die Rolle als „Ray“ bereits sein zweites Engagement am Theater K.

Und da glaubt Ray, den Verstand verloren zu haben, weil er nach einer spiritistischen Sitzung überall Särge entdeckt: Dabei gibt es dafür einen ganz profanen Grund, wie sich später herausstellt. Und die „Rache der Hausfrauen“ nimmt eine ganz unerwartete Wendung, als ein Glas mit Vanillesoße in die falschen, oder vielleicht doch richtigen Hände gerät.

Leichen, wohin man schaut, und viel Skurriles: Dabei tauchen immer wieder bekannte Filme, Serien und Titelmotive auf und führen den Besucher auch in die Zeit der Krimis der 50er und 60er Jahre. Und schon der Titel legt es nahe: Auch Michael Jacksons „Thriller“ spielt eine Rolle.

An Halloween, Samstag, 31. Oktober, gibt es um 20 Uhr eine zweite Aufführung in der Tuchfabrik, Strüverweg 116. Eintrittskarten kosten 17 Euro (ermäßigt 12 Euro, mit Aachen-Pass 7 Euro) und sind unter anderem erhältlich im AZ/AN-Mediastore an der Großkölnstraße 56.

(mas)