Aachen: Theater K: Im Tuchwerk wird es bald schaurig-schön

Aachen : Theater K: Im Tuchwerk wird es bald schaurig-schön

Es kann einem eiskalt den Rücken herunterlaufen, wenn Annette Schmidt in ihrer Rolle als Clarissa ganz entrückt und mit starrem Blick über die Bühne läuft. Und das schon eine Woche vor der Premiere — „Die heiße Probenphase kommt jetzt erst“, erklärt die Schauspielerin bei der Presseprobe zum neuen Stück des Theater K am Montag.

„Ein Mords-Sonntag oder Tag des Tötens“ lautet der Titel der „Krimödie“ — die diesen Titel definitiv verdient. Denn der Grat zwischen Lachen und Gruseln ist schon während der ersten zwanzig Minuten des Stücks schmal und „es wird noch ganz verrückt“, verspricht Anton Schieffer, der die Rolle eines windigen Inspektors innehat. Zum Schauspieler-Trio gehört noch Anush Manukian, die in die Figur der Helene schlüpft. Sie erklärt, dass die Auswahl des Stücks nicht schwierig war: „Ich höre mich um und frage mich ‚Was passt zu uns?‘“ Und die Boulevardkomödie aus der Feder von Jack Jacquine hat gepasst. Zumindest die Idee — denn das bereits vorhandene Stück wurde verändert, umgeschrieben und erst zu dem schaurig-kriminalistischen Werk gemacht, das am 27. September Premiere hat.

Die große Langeweile

Doch worum geht es? Die Schwestern Clarissa und Helene wohnen gemeinsam in einer ländlich gelegenen Wohnung. Es ist ein furchtbar verregneter Tag und die beiden langweilen sich, da „Nichts“ passiert — wie es Clarissa bereits seit 197 Tagen in ihrem Tagebuch vermerkt. So soll ein anonymer Brief an die Polizei für Abwechslung sorgen, in dem sich die Schwestern selbst verdächtigen, den Mord an einer verschwundenen Nachbarin begangen zu haben.

Und der Plan geht auf: Der Inspektor der Stadt stattet den einsamen Frauen einen Besuch ab, um dem anonymen Hinweis nachzugehen und weitere Indizien zu finden. Doch schon nach wenigen Augenblicken wird klar, dass dies kein normaler Polizist sein kann und etwas nicht mit ihm stimmt.

Gewisse Charakterzüge

Allerdings haben alle drei Figuren gewisse Charakterzüge und Ticks, die vom ‚Normalen‘ abweichen. So hat Clarissa beispielsweise stets eine Puppe als Begleiterin. „Das hat mich auch so interessiert an dem Stück“, sagt Darstellerin Annette Schmidt, die es reizte, in der Rolle der Clarissa einmal eine sehr spezielle Figur mit irren Zügen spielen zu können.

Wie es mit dem Besuch des Inspektors, der schließlich sogar über Nacht als Gast im Haus der Schwestern bleibt, weitergeht, wird nicht verraten. Sicher ist jedoch, dass sich im weiteren Verlauf noch einige Abgründe auftun werden und das „auch immer schneller, Schlag auf Schlag“, verspricht Schmidt.

Davon überzeugen kann man sich ab dem 27. September im Tuchwerk, der momentanen Spielstätte des Theater K. Es gibt noch etliche weitere Vorstellungen, allerdings nur im Oktober.

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