Aachen: Theater K: Am Bach öffnet sich ein Bild nach dem anderen

Aachen : Theater K: Am Bach öffnet sich ein Bild nach dem anderen

Immer wieder andere Kostüme, immer wieder neue Textformen und zwischendurch Gesang und Akkordeonmusik: Das Theater K überrascht bei seinen „Begegnungen am Bach“ mit immer neuen Bildern und einer Vielfalt von Inhalten.

Dabei geht es immer um das Wasser und die Gestalten, die mit ihm verbunden sind: Nixen und Nymphen, Fischer und allerlei seltsame Figuren.

Gleich zu Beginn beim Gang über die Brücke richtet sich der Blick auf zwei Sirenen im Baum. Und im Bach darunter ist ein Wassermann unterwegs, mit langen grauen Haaren und zerrissenen Kleidern. Während er verschreckt von einem Ufer zum anderen watet, erfährt das Publikum die Geschichte eines Wassermannes, der von ungarischen Fischern vor einigen hundert Jahren aufgegriffen wurde: „Man lehrte ihn gehen, er lernte reden, aber eines Tages verschwand er über den Schlossgraben“, sagt die Erzählerin. „Man hat seiner nie wieder habhaft werden können“, heißt es am Schluss.

Mit ihren „Begegnungen am Bach“ lädt das Theater K zu einer besonderen Theateraufführung ein. Im Rahmen der Veranstaltung „Stadt Land Fluss — Tage der Rheinischen Landschaft 2017“ der Nabu-Naturschutzstation Aachen bietet das Ensemble einen szenisch-poetischen Uferspaziergang am Wildbach in der Aachener ­Soers. Und dieses Konzept kommt bei der Premiere sehr gut an.

Liebevolle Details

Überall in den Bäumen flattern bunte Bänder und am Ufer finden sich liebevoll drapierte Details. Und während die Zuschauer voranschreiten, entstehen am Bach immer wieder neue Bilder. Da sitzt eine Dame auf einem weißen Stuhl im Wasser, neben ihr eine Stehlampe, und erzählt von den nächtlichen Ausflügen eines Forschers, der währenddessen tatsächlich auf der Suche nach Kröten durch den Bach stapft, und der tatsächlich ein Glas in der Hand hält, ganz so wie es die Erzählerin beschreibt.

Ein Bild nach dem anderen öffnet sich den Betrachtern, während sie den Uferweg entlang spazieren. Und hier und da liegen Kleidungsstücke am Wegesrand, so, als ob hier gerade jemand ins Wasser gesprungen wäre. Und dann wieder raunt es aus der Uferböschung, ein wehmütiges Klagen erst, das dann wieder zu einer menschlichen Stimme wird.

Das Wasser und sein Lauf haben die Schauspieler offensichtlich in höchstem Maße inspiriert. Wundersame Gestalten aus Sagen und Märchen werden am Bach lebendig und ziehen die Spaziergänger in ihren Bann. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass das Stück im Tuchwerk funktionieren würde“, sagte eine Zuschauerin im Anschluss. Denn bei Regen wäre das Theater K dorthin ausgewichen. Bei der Premiere blieb das Wetter gut, und so kamen die Gäste in den Genuss von vielen seltsam anmutenden Begegnungen am Bach.

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