Aachen: Theater Aachen inszeniert „Nachtstücke“ im Mörgen

Aachen : Theater Aachen inszeniert „Nachtstücke“ im Mörgen

Als der Schriftsteller, Jurist, Karikaturist, Kapellmeister und Komponist E.T.A. Hoffmann 1822 in Berlin starb, nahm die Literaturwelt daran keinen großen Anteil. Zeitlebens war Hoffmann im Literaturbetrieb des frühen 19. Jahrhunderts eher unbeliebt.

Heutzutage ist Hoffmanns Bedeutung für die moderne Literatur unbestritten. Er kann als einer der großen Vorreiter im Bereich der fantastischen Literatur als auch der Schauergeschichten und Horror­romane gelten. In „Nachtstücke“, einer Inszenierung von Stefan Rogge in Zusammenarbeit mit Dramaturgin Vivica Bocks, widmet sich das Theater Aachen im Mörgens diesem Schriftsteller.

E.T.A Hoffmann spielt in seinen Werken mit der Zwischenwelt, mit der Verbindung von Traum und Wirklichkeit. Dieses Spiel greift auch „Nachtstücke“ auf. Da ist der Theaterdirektor (Torsten Borm), der über eine Ritteroper in Raserei gerät, der Dichter Nathanael (Hannes Schumacher), Clara, die Freundin des Dichters (Luana Bellinghausen) und der seltsame Dr. Soundso (Thomas Hamm), dessen Namen eine Anlehnung an Kafkas Werk ist.

Die Szenen und Dialoge entstammen den großen und kleinen Werken Hoffmanns: „Der Sandmann“, „Nussknacker und Mäusekönig“, „Das Sanctus“ und mehr. Auf der Bühne gibt es zudem zahlreiche Anspielungen an Hoffmanns Texte und Erzählungen. „Nachtstücke“ erzählt eine Geschichte, die sich aus kleinen Episoden zusammensetzt.

Es ist ein bisschen wie in einem Traum. „Wir folgen einer Traumlogik“, so Bocks und Rogge. Deshalb wird auch nicht — wie bei E.T.A. Hoffmann — jedes Mysterium aufgeklärt, jedes Phänomen naturwissenschaftlich erklärt. Wie auch Hoffmann selbst soll sich „Nachtstücke“ auf die dunkle, die der Nacht zugewandten Seite der Literatur, begeben.

„Ich finde es schön, wenn sich Menschen in einem Raum treffen und gemeinsam eine andere Welt betreten“, sagt Rogge. „Wir wollten etwas machen, das nicht auf der Straße spielt.“ Die Verquickung von Traum und Wirklichkeit, die Sehnsucht nach der Nacht, all das lässt sich in „Nachtstücke“ spüren.

Die Premiere von „Nachtstücke“ am heutigen Donnerstag ist ausverkauft. Karten für Sonntag, 10. Dezember; Mittwoch, 13. Dezember und Freitag, 22. Dezember, kosten 15,90 Euro (ermäßigt 10,40 Euro). Weitere Termine stehen noch nicht fest.

Tickets gibt es im Kundenservice Medienhaus im Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz sowie im Verlagsgebäude an der Dresdener Straße 3.

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