Aachen: „The Tempest” im Space: Ein Sturm, der mitreißend ist

Aachen: „The Tempest” im Space: Ein Sturm, der mitreißend ist

Groß war der Beifall bei der Premiere von „The Tempest” im Space des Ludwig Forums: Die Theatergruppe Actors Nausea begeisterte am Donnerstagabend ihr Publikum mit einer vielseitigen und unterhaltsamen Aufführung nach einem Stück von William Shakespeare.

Die Inszenierung, übersetzt „Der Sturm”, erlaubt im Vergleich zu vielen modernen Theaterstücken Besetzungsmöglichkeiten für viele Schauspieler.

Da das englische Ensemble des Instituts für Anglistik und Amerikanistik der RWTH Aachen in den vergangenen zwölf Jahren immer größer geworden ist, bot sich ein solches klassisches Stück für die beiden Regisseurinnen Elisabeth Kuth und Julia Fink geradezu perfekt an. „Das Stück enthält viele raffinierte Details bereit, ist Liebesgeschichte, Komödie und Tragödie zugleich. Es gibt Geister, Intrigen, Magie und an manchen Stellen erschrecken sich auch einige Zuschauer”, erklärt Kuth.

18 Schauspieler stehen auf der Bühne, um die Geschichte vom Sturm aufzuführen. Hauptdarstellerin Néomi Havinga ist bereits seit rund acht Jahren im Ensemble und spielt Prospera, die rechtmäßige Herzogin von Mailand, die ihres Throns beraubt wurde.

Das Stück beginnt mit vielen verschiedenen Personen auf der Bühne, die sich in einem Schiff befinden, es scheint chaotisch, der Wellengang nimmt zu und gleichsam die Verzweiflung. Durch den Sturm erleiden die Adelshöfe von Mailand und Neapel Schiffbruch auf einer abgelegenen Insel. Doch was wie ein simples Unwetter aussieht, ist tatsächlich der Plan von Prospera. Auf der Insel versucht sie selbst die Macht an sich zu reißen.

Ebenfalls gestrandet sind Königin Alonsa von Neapel (Christine Knorr) mit ihrem Sohn Ferdinand (Jonas Freiwald), Beraterin Gonzala (Sonja Kellermann) und Antonia, der unrechtmäßigen Herzogin von Mailand (Julia Fink), sowie einigen anderen aus der königlichen Gesellschaft. Sie alle wissen nicht, dass der Sturm das Werk von Magierin Prospera ist, die vor zwölf Jahren von ihrer machthungrigen Schwester Antonia zunächst entthront und dann auf dem Meer ausgesetzt wurde.

Mit ihrer Tochter Miranda (Miriam Piel) herrscht Prospera seitdem auf der namenlosen Insel. Ungewöhnliche Gestalten gibt es hier: Monster Caliban (Tobias Cronert) und Luftgeist Ariel (Tilman Floehr) werden von Prospera unterjocht und wünschen sich nichts sehnlicher als ihre Freiheit.

Durch den Sturm hofft Prospera Rache zu nehmen und wieder ihren Platz als Herzogin von Mailand einzunehmen. Ihre Tochter wird derweil nicht von Neid und Missgunst, sondern von Herzschmerz geplagt: Sie lernt den ledigen neapolitanischen Prinzen Ferdinand kennen. Miranda, die außer ihrem Vater und Caliban noch keinen anderen Mann gesehen hat, verliebt sich sofort und auch Ferdinand ist entflammt. Mit ihren Intrigen versuchen Sebastiana (Julia Glock) und Antonia Einfluss auf diese große Liebesgeschichte zu nehmen, doch Prospera gibt den beiden ihren Segen.

„Der Sturm” wurde 1611 uraufgeführt und ist das letzte große Werk von Shakespeare. „Es ist voller Charaktere, die alle glauben, ihr Schicksal selbst bestimmen zu können”, erklärt Regisseurin Kuth.

Seit April haben die Akteure fleißig geprobt, um dieses fantastische Schauspiel zu perfektionieren. Von der Organisation, über die Kostüme, Make-up und Haar bis hinzu Bühnenbild und Requisiten erledigen die Studenten alles selbst. Auch für die passende musikalische Untermalung, Flyer und Plakate sorgen sie.

Wer den „Sturm” noch live erleben möchte, hat am Wochenende noch Gelegenheit dazu im Space des Ludwig Forums an der Jülicher Straße, und zwar am Samstag, 21. Juli, um 20 Uhr und am Sonntag, 22. Juli, um 18 Uhr.

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