Thapelo aus Aachen singt am Sonntag im Finale von "The Voice Kids"

„The Voice Kids“ : Schüler Thapelo will den Titel nach Aachen holen

Die Schulferien haben zwar längst begonnen, doch Thapelos Alltag ist immer noch streng nach Plan getaktet. Zwei Stunden Stimmtraining, eine Einheit Styling, und dazwischen gibt es immer mal wieder eine Kurzbesprechung. Schließlich soll der Schüler aus Aachen genau wissen, was ihn am Sonntagabend erwartet.

Dann wird der 14-Jährige in Berlin im Studio Adlershof auf der Bühne stehen – im Finale der 7. Staffel von „The Voice Kids“. Für Thapelo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. „Ich hab mich so unglaublich gefreut. Im Finale von ‚The Voice Kids’ zu stehen – das ist heftig.“ Schon mit neun Jahren wollte er bei der Sat.1-Castingshow mitmachen. Doch seine Mutter habe ihm den Wunsch immer wieder abgeschlagen, berichtet er. Bis zum vergangenen Jahr.

Dass dieser Kurswechsel offensichtlich die richtige Entscheidung war, zeichnete sich bereits bei der ersten großen Hürde ab: Bei den sogenannten „Blind Auditions“ – dem „blinden Vorsingen“ – begeisterte Thapelo die Juroren mit seiner Cover-Version von Beyoncés Hit „Halo“. Alle vier Experten wollten ihn in ihrem Team haben – besser geht’s nicht.

Dass der gebürtige Hamburger, der seit Juli in Aachen die Maria-Montessori-Gesamtschule besucht, an jenem Herbsttag in Berlin nicht zum ersten Mal auf der Bühne stand, war dabei offensichtlich. In seiner alten Heimatstadt mimte er mehrere Jahre lang den jungen Simba im weltberühmten Musical „König der Löwen“ – zum Teil sogar zeitgleich mit seinem Vater, der, wie auch die Mutter, ein erfahrener Musicaldarsteller ist. Die Lieder anderer zu singen, das soll im Idealfall aber spätestens nach Ostersonntag vorbei sein, hofft der Achtklässler. Und damit dieser Wunsch in Erfüllung geht, paukt er nur zu gerne in den Schulferien Songtexte und trainiert Gesangstechniken.

Seit Samstag laufen die Vorbereitungen für die Finalshow in Berlin. Doch erst einen Tag später, am späten Abend des vergangen Sonntags, darf Thapelo das auch öffentlich sagen. Dass er es unter die acht Finalisten geschafft hat, steht bereits seit Januar fest. Damals wurden die sogenannten Battles und Sing-offs der Castingshow aufgezeichnet. Ausgestrahlt wurde die Entscheidung aber erst jetzt. „Es war richtig schwer, das geheimzuhalten“, sagt Thapelo. Zumal sich seine Mitschüler in Aachen alle Mühe gegeben hätten, die frohe Kunde aus ihm herauszukitzeln. Doch er hielt dicht.

Stillschweigen hält er auch darüber, was die Zuschauer am Sonntag von ihm zu hören bekommen. Die Finalisten singen jeweils solo und gemeinsam mit ihrem Coach. Titel: offiziell unbekannt. Die vom Sender verschriebene Geheimniskrämerei geht also weiter. Kein Geheimnis macht Thapelo indes aus seiner Freundschaft zu Mitfinalist Dio, ebenfalls 14. Beide vertreten das Team von Sängerin Lena Meyer-Landrut. Doch nur einer von ihnen wird es in die finale Entscheidungsrunde und damit ins Telefon- und SMS-Voting durch die Zuschauer schaffen. „Dio und ich sind gute Freunde geworden. Wir gönnen uns das Weiterkommen gegenseitig“, sagt Thapelo.

Fest steht schon jetzt: Auf der Bühne wird der Sieger oder die Siegerin von „The Voice Kids 2019“ den Titel nicht entgegennehmen. Weil die jungen Talente minderjährig sind, dürfen sie nach 22 Uhr nicht auf der Bühne stehen. Um dem Jugendschutz gerecht zu werden und trotzdem in der Primetime zu senden, beginnt die Aufzeichnung der Show rund eine Stunde vor der Ausstrahlung ab 20.15 Uhr. Erst zur Entscheidung ist das Finale live auf Sendung. Thapelo wird dann bei seiner Familie im Publikum sitzen. Und die ist schon jetzt unglaublich stolz auf den 14-Jährigen – ob mit oder ohne Titel.

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