Aachen: Teure Bäume am Bahnhof liegen vorläufig „auf Eis“

Aachen: Teure Bäume am Bahnhof liegen vorläufig „auf Eis“

Der Charme des neuen Bahnhofplatzes ist gelinde gesagt umstritten. Die meisten Aachener halten den Raum zwischen restauriertem Zollamtsgebäude und dem Verwaltungshochhaus direkt gegenüber für eine grenzwertige Einöde, und der Wunsch nach mehr Grün dort an Ort und Stelle wurde bereits länger laut.

Von Seiten der Verwaltung war das Mehr an Grün beileibe nicht als ein Meer von Grün geplant. Es sollte in Gestalt von zwei ausgewachsenen Bäumen vor dem Hauptzollamt gepflanzt werden — und dieses Vorhaben droht richtig teuer zu werden. So teuer, dass die CDU in Gestalt ihrer Sprecherin im Planungsausschuss, Maike Schlick, jetzt handfeste Zweifel überkamen.

Ihre Fraktion habe Probleme mit den Kosten von 26.000 Euro für die beiden neuen Bäume, die als Gesellschaft für den einzigen, stehengebliebenen Artgenossen dort gepflanzt werden sollen, führte die CDU-Politikerin zaghaft an. Und gab den Startschuss für eine merkwürdige Politposse in dem Ausschuss. Sie wäre froh, regte Schlick an, das Ganze für etwas weniger Geld realisieren zu können.

Falls das die Verwaltung versprechen möge, dann wäre alles gut und man könne zustimmen. Das Ansinnen von Maike Schlick stieß eher auf Häme bei Kollegen, die lachend meinten, auf solch zaghaften Zuruf hin wäre wohl noch nie ein Vorhaben billiger geworden.

Die Bäume seien so teuer, weil sie groß und eben keine kleinen Setzlinge seien, erläuterte die Verwaltung. War es bisher so, dass es wütende Bürgerproteste vor dem Abholzen von hochstämmigem Grün in der Stadt gab und sodann trotzdem abgeholzt wurde, gab es jetzt Schwierigkeiten beim Pflanzbeschluss — und das, obwohl außer der FDP eigentlich alle für die von Bürgerseite ausdrücklich erwünschten Bäume auf dem Bahnhofplatz waren.

Das lag nicht zuletzt am Ausschussvorsitzenden Harald Baal (CDU): Der gewiefte Politiker ließ seine Kontrahentin Maike Schlick mit ihrem Ansinnen auflaufen, indem er die beiden extremen Anträge — keine Bäume (FDP) oder eben teure Bäume — nacheinander abstimmen ließ. Beide Anträge fanden keine Mehrheit, die Billigvariante kam zu den Akten. So muss der nach der Kommunalwahl neu besetzte Ausschuss über das Baum-Desaster neu abstimmen.